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Menorah · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · p. Seite 379

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Article
Im Faltboot über den Geigensee
Date
1930-07-01
Page
Seite 379 (sequence 11)
Language
German
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IM FALTBOOT ÜBER DEN GEIGENSEE 37 J> End ich gehe mit bloßem Fuße Über unsere schwarzen Schollen. Und mein Fuß mil innigem Kusse Schließt sich an die leuchte Erde Wie ein Kind an MUtters Brust.*" ..Grausame Erde;". ,,Sehnsucht nach Erde14 steht über vielen Versen geschrieben. Immer wieder lebt darin der nie ermüdende, unerbittliche Kampf um die Erde. Ich blicke Mirjam an. als ich gelesen habe. ..Ilaben Sie niemals Sehnsucht, wieder nach Prag zurückzugehen?" Sie schüttelt den Kopf. ..Es gibt wohl Menschen, die* ich wiedersehen möchte, aber ich möchte, nie wieder dorthin zurückkehren. Selbst die Menschen der eigenen Familie sind mir fremd geworden. Was sie erfüllt, bewegt mich nicht mehr . . . und was mich bewegt, können sie nicht begreifen.*" Sie seufzt, doch es klingt rein und tief, wie der Seufzer eines traurigen Glückes. xjlIs wir am Nachmittag unter der Holzbrücke hindurch kaum in den See hinausgeghtteii sind, bricht der Westslurm los. Wir haben die orangefarbenen Segel aufgespannt, die Spritzdecken geschlossen. Eilend schießt unser Klepperboot durch die bewegte1 Flu!. Der kleine Mast biegt sich, die Wellen schießen über unser Deck hinweg. Doch ich mag nicht umkehren; Leonore ist in Tiberias gehlieben, und ein jüdischer Arzt begleitet mich auf der Fahrt. Aber der Sturm ist zu stark. Wir haben die Holzschwerter zu Hause gelassen, so daß es uns nicht gelingt, gegen den Wind anzusteuern. Verzweifelt suchen wir mit den Paddeln gegen die Wellen zu kämpfen: immer wieder drückt uns der Wind beiseite. Ohnmächtig (reiben wir mit dem Sturm, schon in wenigen Augenblicken beiluden wir uns weit am anderen Ufer der Bucht unter den hohen Eehmufern von Semach. die sich steil wie eine Klippe über dem See Genezareth erheben. Auf ihrer Höhe ragt mit seinem Minarett und seinen (lachen Dächern friedlich ein arabisches Dorf. Leicht wie einen treibenden Baumstamm setzt die Welle unser Boot am Fuße der Klippen auf das schmale sandige Ufer. Wir müssen die Segel einziehen und unseren kleinen Benzinmotor in Gang setzen. In jagender Eile bohrt das schlank*? Schilf, schnell wie ein Hecht, sich von neuem in die brodelnde Flut. Das Wasser geht über unseren Leib, über die Schultern hinweg, die Hemdärmel triefen davon, es

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