Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1930)
- Article
- Der Friedhof in Frankfurt a. M.
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 238 (sequence 6)
- Language
- German
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238 MENORAH „Alle Tränen, die einer vergießt um einen rechten Menschen; der Heilige, gelobt sei er, zählt sie und verwahrt sie in seinem Schatzhaus." „Wandeln werde ich vor dem Antlitz des Ewigen in den Gefilden des Lebens." In die Welt dieser Gedanken und Stimmungen leitet das Bauwerk Fritz Nathans. Und so ist es ein Sinnbild des jüdischen Heim- Durch die Traumwelt blauer Scheiben Strömt des Morgens rote Woge, Und die dunkle Sijnagoge Lädt sie lächelnd zum Verbleiben Und geruhig einzufließen In die hohen Wächterkerzen, Die wie goldne Blumen sprießen Über samtnen Deckenschwärzen. Vor geheimnisvoll durchglühten, R e ich bestickten Vorhang falten Knieen biblische Gestalten, Schwarze, gläubige Leviten. Und sie küssen heiß die Säume Vor den zedernhohen Pfosten. Ihre stolzen Königsträume Pilgern im Gebet gen Osten. Siegeslieder wie Deborah Jauchzen sie, zieht im Gepränge, Auf den Lippen Festgesänge, Der Rabbiner mit der Thora. Wie ein Trost von Gottes Throne Klingt der stolzen Tempeltochter Klirrend hohe Silberkrone Über Seufzern Unterjochter. Vom Gebetpult strömen Greise, Männer, Kinder ihr entgegen, Träumen auf der Tempelreise Sich auf heiligen Zionswegen. In ihr seidnes Brautkleid weben Sie den Wunsch: Es möge jeden Fesseln für das ewige Leben Mit unlösbar festen Fäden! ganges. J^Iax Eisler. Von Ä rtjiur Silbergleit