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Menorah · 1930-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1930) · p. 233

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1930)
Article
Der Friedhof in Frankfurt a. M.
Date
1930-05-01
Page
233 (sequence 1)
Language
German
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DER FRIEDHOF IN FRANKFURT A. M. er neue Fried hol' in Frank für! am Main ist nach vielen umjj_f ständlichen Präludien tatsächlich erst Ende Mai 1928 begonnen und anfangs September 1929 in feierlicher Weise seiner Bestimmung zugeführt worden. Damit war in verhältnismäßig kurzer Zeit ein Werk von außerordentlicher Bedeutung zustande gekommen, das die Aufmerksamkeit der ganzen jüdischen Welt verdient. Die Gemeinde hatte dem Baue das folgende Programm mit auf den Weg gegeben: „Der neue jüdische Friedhof soll die hohe Tradition der alten, würdigen und einheitlichen jüdischen Begräbnisplätze verbinden mit den neuzeitlichen Anforderungen hygienischer und technischer Art, die die Häufigkeit der Beerdigungen einer Großgemeinde bedingt. Die äußere Erscheinung des Portals, der Einfriedung und der Gebäude soll durch die Verwendung soliden Materials und einfacher Formen, durch geschlossene Silhouette der Baugruppe eine weihevolle Monumentalität erzielen. Mit einfachsten Mitteln gilt es, durch Proportionen und Farbgebung eine Stätte des Friedens zu schaffen, die ohne Verwendung plastischen und malerischen Schmukkes die ernste und pietätvolle Bestimmung der Anlage auszeichnet." In diesen wenigen Leitsätzen kommt eine sehr bemerkenswerte Auffassung zum Ausdruck. Der Bauherr begnügt sich hier nicht damit, seinen Auftrag sachlich abzugrenzen. Er greift auch im voraus schon ein in die Form und den Charakter des geplanten Werkes. Und das geschieht in einer sehr bestimmten Weise — nicht als Wunsch, sondern als Vorschrift. Der Künstler wird von vornherein verpflichtet auf eine einfache und große, verhältnismäßig reine Baugestalt und ihre ruhevolle Wirkung. Es ist hier nicht der Ort, um zu untersuchen, wie diese Ausschreibung zustande gekommen ist. Uns muß die Feststellung genügen, daß in dem vorliegenden Falle eine jüdische Körperschaft — entweder aus eigenem oder von fachkundiger Seite beraten — eine so ungewöhnlich klare und moderne Einsicht in das künstlerische und inwendige Wesen der Aufgabe, deren Verwirklichung bevorstand, gehabt hat. Und daß sie dieser Einsicht in einer Willenskundgebung eindeutig Ausdruck zu geben wußte. 'Das ist nämlich ungefähr das Gegenteil von dem, was wir im Kreise unserer Erfahrungen anzutreffen gewohnt sind. Denn in den meisten jüdischen Kreisen herrscht in Fragen der Kunst, vor allem in solchen der Architektur, eine Rückständigkeit und Gleichgültigkeit

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