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Menorah · 1930-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1930) · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1930)
Article
Die Gegensätze zwischen dem Judentum und der Lehre Jesu
Date
1930-05-01
Page
223 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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DIE GEGENSÄTZE ZWISCHEN DEM JUDENTUM UND DER LEHRE JESU Aus dem soeben im Jüdischen Verlag, Berlin W 50, erscheinenden <)Ü0 Seiten starken Werke „Jesus von Nazareth" von Dr. Joseph Klausner, o. Professor für Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Das Buch von Klausner, dessen ausführliche Besprechung -wir uns vorbehalten, ist die erste großangelegte wissenschaftliche Darstellung des Lebens und der L<?hre Jesu, vom jüdischen Standpunkt gesehen. x nihilo nihil Iii. Enthielte die Lehre Jesu nicht auch einen Gegen- J_J salz zum Judentum, so wäre es Paulus unmöglich gewesen, in ihrem Namen die Zeremonialgesetze abzuschaffen und die Schranken des nationalen Judentums zu durchbrechen. Paulus fand zweifellos bei Jesus manchen Anhaltspunkt für seine Tendenzen. Bei der Darstellung seines Lebens begegneten -wir schon manchen Gegensätzen /wischen seiner Lehre und dem Pharisäertum, das ja das biblische und traditionelle Judentum verkörpert. Jesus ißt und trinkt mit Sündern und Zöllnern und setzt sich dadurch über das Gebot der rituellen Absonderung und über die Reinheitsvorschriften hinweg, die er nicht einmal in dem beschränkten Maße wie die Weisen kurz vor der Tempelzerstörung befolgt. Jesus heilt am Sabbat ungefährliche Krankheiten und verteidigt die Jünger, die am Sabbat Ähren pflückten, beachtet also nicht die strengeren Vorschriften über die Sabbatheiligung. Auch hält er das Waschen der Hände für ein unwichtiges Ritual und erlaubt im Laufe sich daran anschließender Diskussionen den Genuß verbotener Speisen. Er fastet nicht wie die Pharisäer und die Jünger Johannes des Täufers, und antwortet den Beschwerdeführern, daß man das Neue nicht auf das Alte pfropfen könne: Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid: denn der neue Lappen reißt doch vom alten und der Riß wird ärger. Und niemand faßt Most in alte Schläuche, sonst zerreißt der Most die Schläuche, und der Wein wird verschüttet und die Schläuche kommen um, sondern man soll Most in neue Schläuche fassen'*1). Die Unstimmigkeit muß also prinzipieller Art und nicht nur graduell oder partiell gewesen sein wie bei den verschiedenen pharisäischen Schulen, die ihre neuen Erklärungen gewaltsam in die heiligen Schriften hinein interpretierten, damit die vom Leben erzwungenen Vi on Joseph Klausner (Nachdruck verboten)

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