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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die neue Synagoge in Amsterdam-Ost
Date
1930-03-01
Page
Seite 173 (sequence 9)
Language
German
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DIE NEUE SYNAGOGE AMSTERDAM-OST 173 aus eigener Kraft im Umkreise ihrer Wirkung nichts Ungleiches aufkommen läßt. Nun gibt es wohl heute sonst nirgend eine Bauweise von so charaktervoll und wirksam kollektiver" Haltung. Aber das ändert nichts an der Folgerung. Was das holländische Beispiel zeigt, ist grundsätzlich immer und überall möglich und sehr zu wünschen. Die neue Synagoge muß draußen von ihrer Absonderlichkeit lassen und hier keinen höheren Ehrgeiz kennen, als den formalen Zusammenhalt mit ihrer Straße — sofern diese nur gut und brauchbar ist — zu bewahren. Und sie wird das um so leichter tun können, als sie damit nur folgerecht den Sinn unserer Lebensgemeinschaft mit den Völkern in den Gegenden unseres heutigen Aufenthaltes verwirklicht. Denn, in welchem jüdischen Lager wir auch stehen, darin sind wir — die Hüter unserer heiligen Tradition mit inbegriffen —- wohl einer Meinung: daß wir das Recht jener Kultur, in der wir teilnehmend leben, respektieren. Das aber geschieht, wenn wir die äußere Gestalt unserer Tempel bescheiden und rein hervorgehen lassen aus der lebendigen Bauart unserer Niederlassung. Dann werden auch die weiteren guten Folgen sich einstellen. Die Fassade wird weniger wichtig und — wie von selbst — geschlossen werden; die Kraft der Gestallung, bisher an jenen eirekthaschenden Äußerlichkeiten, also ins Leere verpufft, wird aufgespart bleiben und —■ wie von selbst — konzentriert auf das, was uns allein gehört: auf den alles entscheidenden Innenraum. Er ist auch in dem neuen wertvollen Amsterdamer Beispiel das Wichtigste. Denn die Straßenseite des Bauwerkes ist hier ja nicht mehr, als was sie sein möchte: eine — im Sinne des Grundrisses — vortreffliche „Ecklösung". Aber dies und jenes hängt dann doch wieder untrennbar zusammen und will deshalb ein anderes Mal -— im Zusammenhang mit den neuen Synagogen von Hietzing und Zlin — sorgfältig betrachtet sein. Mittlerweile hat der Leser die Bilder zur Hand. Sieht er sie aufmerksam durch, dann müßte, sofern er wirklich interessiert ist, bei ihm der Wunsch entstehen, auch die alles erklärenden Grundrisse zu sehen. Trifft das zu, dann hätten wir in unseren Erörterungen des neuen Synagogenbaues den wichtigsten und erfreulichsten Fortschritt erzielt. Denn erst mit dem Grundriß ist auch das Interesse des Laien vom Bild zum Bau geführt. Jedenfalls wollen wir nächstens versuchen, mit diesem Anzeiger der Raumordnung den Gedankengang fortzusetzen. Jylax Eisler

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