Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Article
- Die neue Synagoge in Amsterdam-Ost
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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168 MENORAH an den beleuchteten Innenraum der Heiligen Lade, ein Oberlicht angebracht: auf die versammelte fromme Gemeinde wirkt dieses Tageslicht wie ein Symbol für „das Licht, das die Thora verbreitet". Freiwillige Spenden, zusammengebracht von Bewohnern des Stadtviertels und bestimmt für eine Verschönerung des Heiligtums, haben es ermöglicht, zwei Fenster mit Brandmalereien einzustellen: eines über dem Haupteingang und eines über der Heiligen Lade. Der Entwurf hiefür ist dem Herrn Leo Pinkhof aus Den Iielder überantwortet worden. Die Aufgabe war nicht leicht. Denn auf diesem Felde fehlt es fast völlig an Studienmaterial aus älteren Zeiten, und das vor allem darum, weil sich das Religionsgesetz gegen die Nachbildung von Menschen und Tieren wendet. Und die anderen bekannten jüdischen Embleme mögen wohl für sich Bedeutung haben, sie mögen an den Tempeldienst, die Schöpfung, die zwölf Stämme und anderes erinnern, aber tiefere Grundlagen, worauf durch die Jahrhunderte der alte Glauben beruht, haben sie nicht. Hingegen sind die Zehn Gebote für den jüdischen Glauben die Grundsäulen, die das immer waren, sind und bleiben werden. Eben deshalb wurde beschlossen, sie im Bilde wiederzugeben. Pinkhof entwarf eine Komposition mit der Darstellung eines von oben vordringenden Lichtes, an beiden Seiten aufgenommen von strömendem Wasser, dem Brunnen des Lebens; darin verarbeitet die Gedankenwelt der Zehn Gebote, jedes verdeutlicht durch die Anfangsworte der Sprüche — das Ganze symbolisch für den jüdischen Gottesdienst. In den Feldern über den Fenstern wurden auf der einen Seite die hohen Feste, auf der andern die Halbfeiertage, wiederum symbolisch, dargestellt. Die Ausführung besorgte der fachkundige Glasmaler W. Bogman in Haarlem. Es ist noch zu berichten, daß das Lesepult aus Eichen- und Koromandelholz hergestellt ist und die Bima aus denselben Holzsorten, versehen mit geätzten Eternitplatten und gestellt auf einen Unterbau aus verglastem schlesischem Stein. Die Eichentüren der Heiligen Lade sind mit blankem Metall beschlagen. In den beiden Zugängen befinden sich Brunnenbecken, aus Zement modelliert. Die Abendbeleuchtung besorgen in der Hauptsache sechs kupferne Kronleuchter, die in zw7 ei Teilen hinab reichen, damit die Aussicht von den Galerien so wenig als tunlich gestört werde, außerdem sechzig Lichtschalen, eingebaut als passende Zierstücke in die Ziegelwände und Pfeiler.