Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Von der Mellah in die Rue des Consuls
- Date
- 1930-01-01
- Page
- 60 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Alter Gewürzkrämer in seinem Laden der Europäer, wie sie die gleichen Eigenschaften noch einige Jahrzehnte vorher zu den unentbehrlichen Agenten der Herrscher von Marokko gemacht halten. Vor 50 Jahren noch kaufte kein Maure eine Ware, wenn er nicht einen Juden bei sich halte, und kein europäischer Kaufmann bediente sich eines anderen als jüdischen Maklers. Jetzt hat sich dies sehr geändert, da viele arabische Kaufleule französisch erlernt haben, aber auch viele aus Europa kommende Angestellte sich bemühen, die Landessprache zu beherrschen. Die besondere Eignung der orientalischen und spanischen Juden für das Goldschmiedehandwerk machte die marokkanischen Juden zu Meistern auf diesem Gebiete. Noch 1901 zählte man 17 jüdische Goldschmiede in Rabat, trotzdem das Gewerbe wegen des Vordringens der europäischen Massenproduktion im Rückgang begriiTen war. Hervorragendes wurde auch in Goldstickerei auf Seide und Samt geleistet. Jüdische Handwerker waren jahrhundertelang die beliebtesten Schneider der Moslems, für die sie die geschmackvollen Teile der orientalischen Kleidung: Röcke, Westen. Kaltaus, Pumphosen herstellten. Besonders schöne Arbeiten lieferten jüdische Heimarbeiterinnen in Seidenschnüren, Knöpfen und Zwirnstickereien, deren Technik den Arabern unbekannt ist, da sie nur gewohnt sind, Teppiche zu knüpfen oder Stickereien aus farbiger Seide auf