Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Von der Mellah in die Rue des Consuls
- Date
- 1930-01-01
- Page
- 56 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdischer Kau/mann in orientalischer Tracht brachten GoldsUub, Straußfedern, Dal lein. Leder, Indigo, Wolle, Wachs, Zinn, Ziegenhäute von den Sudannegern und verkaul'len sie den Arabern und Juden von Turadount und Marrakech, welche die Waren zum llafenorl brachlen. Iiier gingen sie durch die Vermittlung der jüdischen Händler, die diesen Export bilanzierten und das Angebot regellen, an die europäischen Einkäufer über. Dafür gab man spanisches Geld, ungebleichte Leinwand aus der Bretagne, schwarze und rote Mälzen für Mauren und Juden. Gewürz, Zucker u. a. Der Handel in den Hafenstädten war fast gänzlich in den Händen der Juden, der „renteros", wie man sie nannte, denn sie vergaben auf Pacht oder Rente das Recht zur Einfahrt in den Hafen und die Ausfahrt. Die Verbindung mit den Berbcrpiralen und holländischen Kaperern machte Sale auch zu einem Mittelpunkte des Sklavenhandels, unter dem die Juden gleich wie die christlichen Seereisenden zu leiden hatten. Meist aber begnügten sicli die Käufer damit, für den erstandenen Sklaven Lösegeld zu lordern und nach Einlangen der Betreiungssumme die Freiheit zu geben. Neben dem Importhandel beherrschten die Juden, wie es sich eigentlich aus der ganzen wirtschaftlichen Struktur des he-