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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Der kleine Ahasverus
Date
1930-01-01
Page
Seite 42 (sequence 15)
Language
German
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42 MENORAH licher Phantasie bereits zu einer Ewigkeit geworden waren, und der Beschluß, nach Hause zu gehen, nahm mehr und mehr den Charakter einer Flucht an, eines Wettlaufs ums Lehen. Nach und nach aber, als sie müde waren, ging die Aufregung in stillen Gram über. Und schließlich machten sie halt, verkommen und schlaft'. Dort war ein kleines Gebäude, ganz aus Metall mit grünen Verzierungen, das freundlich aussah, und hier suchten sie Schulz. Nachdem sie sich etwas ausgeruht hatten, nahm Leo das Haus näher in Augenschein und entdeckte, daß die eine Seite ganz offen war, wie ein Tor, und daß eine Steintreppe von dort in die Tiefe führte, viel tiefer als man sehen konnte. Viele Leute stiegen die Treppe hinab, die gewiß zu einem schönen Ort führte. Warme Luft kam von unten herauf, eine Luft, die seltsam angebrannt roch, und Leo stellte sich vor. daß dort unten eine große Küche oder Bäckerei sei, der Ort, von wo alles Essen käme. Ohne sich lange zu bedenken, bedeutete Leo Schwesterchen, ihm zu folgen und begann die Treppe hinabzusteigen, dies war offenbar der Weg nach Hause. Schwesterchen drehte sich um und begann den Abstieg rückwärts auf allen vieren. Um nicht im Wege zu sein, hielten sie sich an der glasierten Mauer und überließen den geschäftigen Leuten die Milte der Treppe. Nach einem langen Krabbeln, das besonders für Schwesterchen ermüdend war, weil sie immerwährend ihre eigenen Hände auf ihren Rock legte und sich selbst im Wege war, landeten sie unten in der unterirdischen Bahn. Und hiemit begann die abenteuerliche Reise, die am nächsten Tag in den Zeitungen stand und die die beiden Kinder während einer Minute in New York, der neugierigsten und vergeßlichsten Stadt der Welt, berühmt machte. .La runton in der Tiefe, wo die Treppe ein Ende halte, war es wie in einem feinen Schloß mit getäfeltem Fußboden und weißen Tellern an den Wänden. Von Essen aber keine Spur, es schien nur ein großes Vorzimmer zu sein, wo die Leute warteten, Leo war es, als sei er schon früher mal an einem Ort gewesen, wo man wartete. Auch hier waren Säulen mit Glühlampen, aber sonst gab es keine Bequemlichkeiten, und die Leute standen neben der Bude mit Zeitungen und Bilderbüchern oder gingen unruhig hin und her, als seien sie hungrig, und betrachteten sich gegenseitig mit feindlichen Blicken. Jetzt fehlt nur noch, daß ein Puff-Puff-Zug käme... und wahrhaftig, da kam einer, plötzlich pustete es durch die Luft, ein eigener starker Hauch, den Leo kannte, und aus der dunklen Erde hervor kam eine Eisenbahn mit vielen Wagen, die kreischten und dann so plötzlich still-

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