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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Der Tod Mosis
Date
1930-01-01
Page
Seite 21 (sequence 2)
Language
German
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DER TOD MOSIS 21 mir: Habe ich ihre Bedrängnis erlebt, so will ich auch ihr Glück miterleben. Und nun, da die Stunde ihres Glückes geschlagen hat, sagst Du zu mir: ,Du wirst diesen Jordan nicht überschreiten.'4) Du strafst ja Deine eigene Thora Lügen, denn da heißt es doch: .Am selben Tag sollst Du ihm seinen Lohn geben.'5) Ist das der Lohn für vierzigjährige Arbeit, da ich mich darum gemüht habe, Israel zu Deinem heiligen und treuen Volk zu machen?" Darauf der Herr: „Es ist mein unabänderlicher WilleI'" Und Moses: ,,Herr der Well! Kann ich das Land nicht lebend betreten, so laß doch meine Gebeine dort ruhen wie die Josefs'/' Da sprach der Ewige, gepriesen sei Er: „Höre, Moses, als Josef nach Ägypten kam, da verleugnete er sich nicht, er bekannte sich vielmehr als Hebräer. Du aber, als Du nach Midjan kamst, Du hast Dich verleugnet." Und wieder wendete sich Moses zu Gott: ,,Herr der Welt, wenn es Dein Wille ist, mich nicht in das Land Israel zu führen, so laß mich leben wie die Tiere des Feldes, die Gras fressen und Wasser trinken und doch die Welt seilen — ihnen laß mich gleichen!" Der Herr aber sprach: ,Zu viel verlangst Du!"5,) Darauf Moses: „So laß mich leben wie einen Vogel! Er fliegt nach allen vier Himmelsrichtungen, tagsüber sucht er Nahrung und abends kehrt er in sein Nest zurück — laß mich doch sein wie er!" Der Allmächtige aber sprach: ,Zuviel verlangst Du!' Da erhoben sich Sonne und Mond vom Himmelsgewölbe, näherten sich Gottes Thron und sprachen: „Herr der Welten, willst Du Amrams Sohne Recht tun. so leuchten wir wTeiter, so Du es aber nicht tust, leuchten wir nicht." Um diese Stunde geschah es, daß Gott Pfeile und Speere auf sie schleuderte. Er sprach: „Tag um Tag werden Euch göttliche Ehren zuteil, dennoch scheint Ihr! Um meiner Ehre willen habt Ihr Euch nicht zur Wehr gesetzt. Für die Ehre eines Menschen von Fleisch und Blut setzt Ihr Euch zur Wehr!" Als Moses sah, daß niemand seiner achtete, ging er zu Himmel und Erde und sprach: ,,Flehet doch um Gnade für mich!" Sie antworteten: „Anstatt für Dich um Gnade zu liehen, wollen wir lieber für uns selbst darum bitten, da es doch heißt: ,Denn der Himmel wird wie Rauch vergehen und die Erde in Stücke fallen wie ein altes Kleid'."7) Er ging zu Sonne und Mond und sprach: ..Flehet doch um Gnade für mich!" Sie antworteten: „Anstatt für Dich um Gnade zu liehen, wollen wir lieber für uns selbst darum bitten, da es doch heiß!: ,Erröten wird der Mond, beschämt die Sonne werden'."8) So ging er zu den Sternen und Planeten und sprach: „Flehet

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