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Menorah · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. 595

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Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Article
Beginnende Abkehr von der Großstadt
Date
1929-11-01
Page
595 (sequence 1)
Language
German
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Beginnende Abkehr von der Großstadt Zur Statistik der Juden in den Vereinigten Staaten Von Leo Goldliammer In seiner tiefgründigen Arbeit über „Das jüdische Volk im Wandel der letzten 100 Jahre" hat Jakob Leschczinsky eine Reihe von Feststellungen gemacht, die für die Siedllingsarbeit und das wirtschaftliche und soziale Leben der Juden besonders kennzeichnend sind. Zusammenfassend kann man die nachfolgenden Resultate seiner Untersuchungen anführen: 1. Aus einer im Jahre 1825 vorhanden gewesenen jüdischen Bevölkerung von zirka 3 Millionen Seelen wurde bis zum Jahre 1925 ein ungefähr 15 Millionen starkes Volk, mit anderen Worten die Zahl der Juden ist innerhalb 100 Jahre fünfmal so groß geworden. 2. Während vor 100 Jahren die Juden ein versprengtes, über Tausende von Städtchen und Dörfern verstreutes Volk bildeten, wurden im Jahre 1925 15 Gemeinden mit mehr als 100.000 jüdischen Seelen gezählt, die also 28*9% der gesamten Judenheit beherbergten, und 18 Gemeinden mit je 50.000 bis 100.000 jüdischen Einwohnern, das sindi zusammen 7*9%i des Weltjudentums. 3. Während früher mehr als 80% der gesamten Judenheit in den Ostländern Europas konzentriert waren, leben heute mehr als 60%' aller Juden in den westeuropäischen und überseeischen Ländern. 4. In wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht war das Judentum früher durch den selbständigen Kleinhandel, das Vermittlertum und Handwerk charakterisiert; mit der Übersiedlung eines Großteiles der Judenheit in die westlichen, beziehungsweise überseeischen Gebiete ist auch eine stärkere Teilnahme am Produktionsprozeß selbst vor sich gegangen. Kann man heute alle diese von Leschczinsky gemachten Feststellungen als noch immer gegeben ansehen? Oder sind in den wenigen Jahren seit 1925 Änderungen zu beobachten, die auf ganz andere Tendenzen schließen lassen, als sie Leschczinsky noch zu ziehen in der Lage war? Daß sich Änderungen in der Siedlungsart und in den Wirtschafts- und sozialen Formen vorbereiten, die geradezu einen Umsturz gegenüber den bisherigen Verhältnissen bedeuten, lehrt die von Dr. Harry S. Linfield, dem Direktor der statistischen Abteilung des „American Jewish Comitee", kürzlich publizierte Arbeit über „Die Juden in den Vereinigten Staaten 1927". Die vorletzte Schätzung der Zahl der Juden in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, die gleichfalls Dr. Linfield bearbeitet hatte, erfolgte im Jahre 1917. Stellt man also die Zahlen des Jahres 1917 denen des Jahres 1927 entgegen, so ergibt sich folgende Tabelle: , , _ , . , T , °/0 der Gesamt- _ , Jahr Zahl der Juden bevölkerung Zunahme 1917 3,388.951 326 1927 4,228.029 3*58 24'7% Während im Jahre 1917 in bloß 819 Ortschaften der Vereinigten Staaten Nordamerikas Juden anzutreffen waren, sind sie seit dem Jahre 1927 bereits in 6420 Ortschaften vorhanden gewesen. Während im Jahre 1917 von der gesamten jüdischen Bevölkerung 71*5%» in den 11 großen Städten Nordamerikas lebten, gab es ihrer im Jahre 1927 bloß 68*8%' — mit anderen Worten, wir können eine Abwanderung der jüdischen Bevölkerung aus den größeren Städten in die kleineren Ortschaften beobachten, obwohl in der gleichen Zeit die Einwohnerzahl der Großstädte gewachsen ist. Die Zahl der Juden in diesen elf Großstädten ist die nachfolgende: New York...... 1,765.000 Chicago....... 325.000 Philadelphia ..... 270.000 Boston ....... 90.000

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