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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 518

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Mendelssohns Brautstand
Date
1929-09-01
Page
Seite 518 (sequence 10)
Language
German
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:>18 MENORAH dies ganze unendlich reizvolle Rokoko-Idyll aus Mendelssohns Lehen; und in der kleinem Brendel grüßen wir neben der ernsteren Minna, an die Fromet zuweilen erinnerl, auch die schalkhafte Franziska . . . Der Schwager hat ihr sein Wort gehalten: durch seine Vermittlung gelangte sie später zu dem auserlesenen Bräutigam, den er ihr jetzt in einem seiner Briefchen scherzend versprach. Sie ward die Frau des tretflichen Dr. Hirschel, den sie freilich bald verlor. Im Hintergründe dieser seltsam anziehenden IJebesgeschic.hle zeigt sich ständig noch ein zweites Liebespaar — recht wie in einem Miinaturdrama durch Kontraste und Gleichheiten die eigentlichen Helden noch heller beleuchtend. Das ist Mendelssohns ältester Freund Dr. Aron Salonion Gumpertz, der kurz zuvor seine Frau verloren hatte. In ihn, der ein naher Verwandter des (iugenheimsehen Hauses war. verliebt sich Fromets Freundin, Friebche Gelting, Tochter des Vorstehers der Hamburger Gemeinde. Gegen den Willen der Familie setzt das leidenschaftliche Friebche seine Wahl durch, aufs eifrigste unterstützt von den Freunden, die ja Gumpertz ihr eignes Lebensglück verdanken. Ihre Hochzeit ist es. die das in Freundschaft schwelgende Herz der Fromet erst ..der Liebe aufschließt"", wie es der darob ein wenig verwunderte Bräutigam bezeichnet. Freilich erscheinen auch schon im Laufe der Brautzeit leise Spuren der Entfremdung zwischen den beiden Paaren. Später hat Friebche ihren Freunden wenig Freude gemacht. Nach dem frühen Tode (ihres Mannes, der einer zehrenden Lungenkrankheit zum Opfer fiel, verliebte und verheiratete sie sich in kürzester Frist wieder die Briete Mendelssohns und seiner Fromet bissen wenig Erfreuliches über sie zu berichten. Aber heut ist sie noch ..ein vortreffliches Frauenzimmer" und ,,\ver sie kennt, der muß ihr sein Herz schenken — wohlverstanden, wenn er noch eines zu verschenken hat"", schreibt Mendelssohn seiner Braut. wischen Hochzeit und Lustbarkeit, zwischen Erörterungen über den damastenen Talith, gegen den sich der bescheidene Bräutigam sträubt, und der Perlenkette, gegen die sich die Braut scheinbar n i ch t sträubt, rückt das Ziel der Brautzeit näher heran. Schon ist nach manchen Mühen und Enttäuschungen, die Vorbedingung jedes jüdischen Haushalts im Berlin Friedrichs des Großen, das Niederlassungsrecht für den ,.Ausländer"" aus dem anhallischen Dessau, endlich bewilligt: und am 26. März 1762 meldet Mendelssohn in einem seiner

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