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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 487

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1929-09-01
Page
Seite 487 (sequence 6)
Language
German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 487 Irocknen! Wozu brauchte ich Amerika? Aber schrei hin, schrei her — was nützt das alles, wenn mein Mann ein Schuster ist und nur Pech im Kopfe hat. . ." Mit Mühe wurde die Frau abgedrängt. Einige besonnene Alleinstehende" verlangten vom Direktor bloß die Zusage, daß er ihre Familien bald kommen lassen würde. Einige Familienväter beschwerten sich mit den Worten: ,,Wie lange sollen wir noch warten?" Der Direktor sprach ihnen Trost zu: ,.Es ist noch nicht alles fertiggestellt. Es muß noch eine Weile dauern. Wir haben noch die geeigneten Leute nicht gefunden, um die landwirtschaftlichen Arbeiten zu bewerkstelligen. Hier habe ich den Herrn Schmidt gebracht," sagte er und zeigte auf den Deutschen, der neben ihm stand, ,,dieser Herr ist ein erprobter Fachmann in Kolonisierungsarbeiten. Gerbl taugt für sein Amt nicht.. ." „Ha, er will uns Gerbl nehmen", riefen die Gerbl-Anhänger und drohten, „wir werden es nicht zulassen!" Ein neuerlicher Sturm brach los. Der Direktor und der Deutsche flüchteten ins Zimmer. Die Menge raste, fuchtelte mit den Händen, und es entstand ein gewaltiger Trubel. Die Hauptanführer traten zur Seite und hielten eine geheime Beratung ab. Sie gingen dann den Hügel hinauf, in der Richtung nach Comissaria. XIII. Uberfall auf LowentJial. Ich weiß eigentlich nicht, wie spät es damals gewesen sein mochte. Ich lag auf meiner Pritsche und schlief. Da wurde die Tür des Zeltes plötzlich hastig aufgerissen, eine Hand packte mich an einem Fuße und schleifte mich vom Lager. „Schläfst gar, du Kerl!" fiel mich der bekannte Raufbold H. an. „Komm," sagte er, „alle stehen bereits vor dem Verwaltungsgebäude. Wir werden diesen Renegalen Löwenthal erschlagen. Schöne Sachen, einen Deutschen hat er uns gebracht! Der dürfte sicherlich ein Missionär sein! Er will Gerbl absetzen. Noch heule Nacht werden wir ihm den Garaus machen!" Etwa dreißig Mann tummelten sich vor den Zelten, schleppten alle aus den Betten und sparten auch mit Püflen nicht, wenn es nicht rasch genug vorwärts ging. Ich folgte ihm. Vor dem Verwaltungsgebäude wogte eine Menschenmenge. Mit

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