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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 450

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Brandeis der Zionist
Date
1929-09-01
Page
Seite 450 (sequence 5)
Language
German
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450 MENORA Ii brachte den Joint dazu, Palästina große Summe zu widmen, es gründete das Vermittlungsbüro, durch dessen Hände Millionen von Dollar gingen, und es brachte auf eigene Faust Riesensummen für Palästina und zionistische Zwecke auf. Das Vermittlungsbüro war eine in Europa wenig bekannte Institution, zu der die Anregung vom Schreiber dieser Zeilen ausging. Brandeis gestaltete diese Anregung, die ursprünglich dahin ging, Geldsendungen amerikanischer Juden an ihre Angehörigen in den europäischen kriegführenden Staaten zu vermitteln, dahin aus, daß das Büro Juden wie Nichtjuden die Möglichkeit gab, nach allen vom Weltkrieg betroffenen Ländern Gelder zu senden. Ein Araber in Boston sandte einem Freund in Petra ein paar Dollar. Ein Grieche in Indiana trat mit dem Metropoliten in Konstantinopel in Verbindung. Juden schickten Geld nach Polen. Chassidim aus Jerusalem wurden mit amerikanischer Hilfe in Alexandrien untergebracht. In Amerika gesammeltes Geld fand seinen Weg in die Gefängnisse von Damaskus, in das Interniertenlager von Aleppo, ja nach Brussa. Die grünen Scheine des Büros waren eine Zeitlang in Palästina wie Geld im Umlauf und paralysierten so die türkische Maßnahme der Schließung der zionistischen Banken. Es wanderten täglich Tausende von Dollar aus Amerika in alle Welt. LJber die politische Tätigkeit Brandeis' kann leider noch nicht im einzelnen gesprochen werden. Auch würden selbst die Dinge, die man schildern kann, Bände füllen, wrollte man sie entsprechend darstellen. So die Unterhandlungen, die zur Bildung der Legion führten und viertausend jüdische Soldaten nach Palästina brachten. Die Versorgung Palästinas mit Nahrungsmitteln. Die Entsendung einer medizinischen Abordnung dahin. Die Informierung des Präsidenten Wilson über russische Angelegenheiten. Die Durchsicht der Balfour-Deklaralion und ihre Proklamation (die übrigens mit weit weniger Schwierigkeiten verbunden war als die Entsendung der ersten zionistischen Kommission nach Palästina). Die Ablehnung polnischer Ansprüche auf Unabhängigkeit, bis nicht den Juden bestimmte Rechte versprochen wurden. Von 1918 an wurde die zionistische Organisation Amerikas von den kleinen Nationen Osteuropas überlaufen. Jetzt war der Jude auf einmal nicht mehr der Bittsteller, er wurde selbst um Gnade und Hilfe angefleht. Das war ein Triumph, wenn er auch nicht laut verkündet wurde. Als Brandeis im Jahre 1919 in Palästina war, hielt er nicht eine einzige öffentliche Rede. Palästina war noch besetztes Feindesland.

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