Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Article
- Memento!
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 445 (sequence 7)
- Language
- German
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M EMEN TO! 445 eine uneingeschränkte jüdische Einwanderung, nicht nur die Sorge des Maridatpartners um die Schaffung und Ausnützung aller kolonisatorischen Möglichkeiten, nicht nur die unabweisbare Forderung nach einem modernen Kolonisationsre gime in Palästina, sondern auch und vor allem die Notwendigkeil ausreichenden Schutzes für die jüdische Kolonisationstätigkeit im Lande. Der Gedanke einer waffenlosen Kolonisation ist wundervoll und bisher beispiellos; die Juden, der Erde friedlichstes Volk, wären vielleicht in der Lage, ihn zu verwirklichen. Aber solange Zeit und Umwelt noch nicht reif für diesen Gedanken sind, wird er nicht zu verwirklichen sein. Es ist Verleumdung, wenn den Juden nachgesagt wird, sie wollten die Araber aus Palästina verdrängen; bisher ist kein einziger Araber durch diejüdische Kolonisation um sein Brot und sj e i n e n Wohnsitz gebracht worden, im Gegenteil, die arabische Bevölkerung Palästinas hat bisher von der jüdischen Kolonisation nur Nutzen gezogen. Ebenso ist die Fabel vom jüdischen Chauvinismus in Palästina eine Verleumdung. Die jüdische Siedlung im Lande hat die Rechte der Araber stets geachtet und wird es auch weiterhin tun. Sie wird nie Zwist suchen, wird stets ein friedliches Zusammenleben mit der arabischen Bevölkerung nicht nur wünschen, sondern auch halten. Die Vorbedingung freilich ist, daß die jüdische Siedlung in Palästina wohlgesichert ais gleichberechtigter Nachbar neben der arabischen stehe. Bis heute wurde durch Fehler aller Art bei den Arabern der Glaube erweckt, die Juden im Lande seien vogelfrei, liier muß dk Änderimg der Methoden, Systeme, Zustände ansetzen. Wir hoffen, daß dies auch eine zielbewußte englische Politik erkennen wird. Die jüdische Aufgabe muß es sein, immer wieder darauf hinzuweisen, immer neue Vorbedingungen für eine rasche und wohlfundierte Entwicklung des Aufbauwerkes in P a 1 ä s ti n a zu schaffen. Dazu genügt nicht bloß die möglichst rasche Erlangung einer zahlenmäßigen jüdischen Majorität in Palästina, sondern es ist auch notwendig, daß diese Majorität wirtschaftlich und sozial im Lande verwurzelt werde. (Auch die letzte Krise in Palästina war nicht bloß eine wirtschaftliche, sondern zum nicht geringen Teil auch eine Krise fehlerhafter politischer Anschauung über den Zweck der jüdischen Kolonisation.) Kräftigung und Siehe rung des künftigen Werkes, das die Judenheit nach den letzten Ereignissen wohl unter erschwerten Umständen, aber mit verdoppelter Kraft zu leisten haben wird, muß es dazu bringen, daß der schwarze