Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Article
- Memento!
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 444 (sequence 6)
- Language
- German
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444 MENORAH sehen Behörden in Palästina die Araber gegen die Judenwüten. Doch die „Objektivität" half nichts. Immer neue Araberbanden schwärmten in das Land und es mußten Truppen und Kriegsschiffe, Flugzeuge und PanzerautomobiLe herbeigeholt werden, bis man der Aufstandsbewegung Herr wurde. Inzwischen aber hatten die Juden furchtbare Blutopfer, schwere Schäden an dem mühsam erbauten Kolonisationswerk zu tragen. Die Politik der Ablenkung der Ereignisse auf die Linie des geringsten Widerstandes ging so weit, daß Zwangsräumungen jüdischer Siedlungen, welche die ersten arabischen Angriffe erfolgreich abgewehrt hatten, vorgenommen und die Siedler entwaffnet wurden. Die Folge war, daß die arabischen Plündererhorden wieder kamen und ihr von den Juden verhindertes Zerstörungswerk fortsetzten. Die Politik der Objektivität um jeden Preis brachte es dazu, daß die britischen Behörden bemüht sind, die Ereignisse so darzustellen, als wären Juden u n d Araber an ihnen in gleicher Weise schuldig. Ein Manifest des britischen Oberkommissärs spricht ausdrücklich von „Verbrechen, die von Arabern und Juden begangen wurden". Um dem Grundsalz der Parität Genüge zu leisten, werden jetzt Juden und Araber vor Gericht gestellt. Nach dem blutigen Schrecken, den die Araber hervorgerufen haben, kommt der lähmende Schrecken, der für die Taten der Araber auch die Juden verantwortlich macht. Vielleicht wird diese Lähmung des Lebens im Lande den Arabern für einige Jahre die Lust zu einem Aufslande nehmen, doch Beruhigung und Entwicklung wird sie nicht ins Land bringen. Für die Judenheit bedeuten die letzten Ereignisse in Palästina einen schweren Schlag: sie haben dem Werke, das so verheißungsvoll begonnen wurde, schwere Wunden geschlagen. Es wurde nicht, wie es wohl die Absicht der Araber gewesen war, zerstört, aber schwer gestört. Eine solche Störung kann und darf nicht mehr vorkommen. Es müssen Mittel und Wege materieller und politischer Art gefunden werden, um das Aufbauwerk in Palästina für immer zu sichern. Mit oder, wenn es nicht anders geht, auch ohne England. Die zionistische Palästinapolitik war nicht kräftig genug, um Ereignisse, die vorauszusehen waren und vorausgesehen wurden, der britischen Mandatarmacht rechtzeitig zu Gehör zu bringen. Hier liegt eine Fehlerquelle, die aufgedeckt werden muß. Vor allem muß es dazu gebracht werden, daß die aus dem Palästinamandat erwachsenen Verpflichtungen der Mandatarmacht voll und ganz erfüllt werden. Dazu gehört nicht nur die Öffnung der Tore Palästinas f ü r