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Menorah · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Article
Memento!
Date
1929-09-01
Page
Seite 442 (sequence 4)
Language
German
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M ENORAII zu erwarten hätten. Sie täuschten sich auch nicht, denn der Status quo war immer wieder das Um und Auf der britischen Mandatverwaltung. Um des Status quo willen wurde den Arabern die Verletzung und Verhöhnung der religiösen Gefühle der Judenhcit durch die Vorfälle an der Klage m aucr und was ihnen folgte, gestaltet; um des Status quo willen wurden G r u n d r e c h t s v e r 1 e t z u n gen dur c h B eduinen auf den Infi alböden nicht nur nicht geahndet, sondern geradezu begünstigt; und um des Status quo willen blieben alle Warnungen von jüdischer Seite, die noch monatelang vor dem letzten furchtbaren Ereignisse an die Adresse der Palästinaregierung gerichtet wurden, ungehört und unbeachtet. So kam, was kommen mußte. Wir wollen der britischen Mandalsregierung nicht, wie es im Überschwang der Gefühle jetzt öfters geschieht, bösen Willen imputieren, doch es muß gesagt werden: ihr völlig verfehltes Regime in Palästina kommt den Grenzen, wo der böse Wille anfängt, sehr nahe, denn immer liegen Fehler und böser Wille auf so ähnlichen Linien, daß Verwischungen und Verwechslungen möglich sind. In vielen Fällen lösen Fehler bösen Willen aus. Auch in der Palästinaverwaltung war dies der Fall. Dies hängt mit den politischen Grundlagen des Palästinaproblems zusammen. Die bereits erwähnte logische Folge der Mandatsverpflichtung bezüglich der Selbstverwaltung des Landes, die erst eintreten kann, wenn das jüdische Nationalheim genügend fundiert ist. begegnet in der Praxis verschiedenen politischen Schwierigkeiten, im Zusammenhange mit der allgemeinen Lage im vorderen Orient. Noch während des Weltkrieges wurde den politischen Exponenten der Araber (soweit es derlei gibt) die Schaffung eines arabischen Großstaates versprochen. Diese Kriegsnotlüge — etwas anderes war es kaum, denn ein arabischer Großstaat ist bis heute und wahrscheinlich noch für lange Zeit eine Unmöglichkeit — hat es dazu geführt, daß dieser Begriff zum Gärstoff für alle möglichen Intrigen der Orientpolitik verwendet wird. Eine davon schwindelt mit dem angeblichen Plane, England beabsichtige durch die Errichtung eines Judenstaates die Araber um ihre neuerrungene Selbständigkeit und die verheißungsvolle Zukunft einer machtvollen Vereinigung zu bringen. Verschiedene politische Faktoren, wie immer stets die Vertreter einzelner europäischer „Interessen", operieren mit dieser Konzeption; daran ändern weder die Interviews des apostolischen Nuntius Warschaus etwas, noch auch die so ehrbar nach dem Abflauen des jüngsten Araberaufstandes in Palästina zur Schließung der syrischen Grenze

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