Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Article
- Memento!
- Date
- 1929-09-01
- Page
- 439 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NORAH VII. JAHRGANG SEPTEMBER/OKTOBER 1929 NUMMER 9/10 MEMENTO! ührcnd diese Zeilen geschrieben werden, scheint in Palästina. T? dein Lande der jüdischen Hoffnung, der Vorhang über Ereignisse zu fallen, deren Bilanz unsäglich traurig ist. Mehr als hundert Juden wurden in Jerusalem, Hebron und Sa Ted ermordet, eine Anzahl jüdischer Siedler mußte die Verteidigung ihres Hab und Gutes gegen sengende und plündernde Araberbauden mit dem Leben bezahlen, die Kolonie Kastinieh wurde zerstört, Ekron, Ar Ulf, Hulda und Klar Uriah wurden niedergebrannt, in den Kolonien des Jordantales und im unteren Galiläa wurde ein großer Teil der Ernte durch Feuer verheert. In den Städten raste arabische Plünderungs- und Zerstörungswut; die Vorstadtsiedlungen von Jerusalem, selbst Spitäler und Erholungsheime, die sich dort befinden, waren das Ziel der auf Zerstörung gerichteten Angriffe der Araber; ihnen fiel die Arbeiterinnen - sicdlung in der Nähe des neuen Palastes des Oberkommissärs zum Opfer; die anderen Siedlungen um Jerusalem, wie Talpioth, Kiriath Anawim u. a. m. haben schwere Schäden durch Plünderung und Brandstiftungsversuche zu beklagen. Die Stadt J e rusale m selbst wurde nur durch den Heroismus der Juden und — durch zwei Dutzend Oxforder Studenten vor einem Judenmassaker bewahrt, wie es nicht lange darauf sich in grauenvoller Weise in Hebron abspielte. Dort wurden 63 Juden, Frauen und Kinder, greise Rabbiner und junge Talmudschüler in ähnlich bestialischer Weise abgeschlachtet, wie bei den mit dem Fluch der Geschichte heia denen organisierten Pogromen in Rußland und der Ukraine. Eine Woche später raste der Schrecken von Hebron durch die Stadt der jüdischen Gelehrsamkeit, das alte Sn f e d. Ihr Judenviertel wurde ausgeplündert und niedergebrannt. Vom 23. August bis in die ersten Septemberlage, durch fast drei Wochen stand das jüdische Palästina, wo durch feierliche internationale Verträge die nationale Heimstätte der gesamten Judenhe.it erstehen soll, im Zeichen völliger Wehr- und Rechtlosigkeit, derselben wild waltenden Gewalt ausgeliefert, wie sie in den Sehreekensjahrcn der jüdischen Diasporageschichte immer wieder die Problematik der landlosen Existenz eines Volkes gekennzeichnet hat. Und dies geschah