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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 431

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Der politische Zionismus seit Theodor Herzl
Date
1929-07-01
Page
Seite 431 (sequence 3)
Language
German
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UNSERE ZEIT 431 den Zio nisten selbst die Kraft zur Durchsetzung ihrer Ziele abgeschwächt wurde. Aber nur zum Teile ist dies richtig. Zum anderen Teile lag es wohl darin, daß zu wenig neue Menschen da waren. Was erreicht wurde, ward von Menschen früherer zionistischer Generation, die lange gearbeitet, gekämpft und gelitten hatten, durchgesetzt. Aber es kamen nicht genügende Kräfte, vielleicht besser gesagt, nicht genügend junge Kräfte; dabei ist in Betracht zu ziehen, daß — leider entgegen den antisemitischen Lügen — die Juden verhältnismäßig weit schwerere Blutopfer dem Krieg und was nach ihm kam, bringen mußten. Die jüdische Kriegsgeneration trägt weit stärker das Kainszeichen der „großen Zeit" auf ihrer Stirn als die anderen Völker. Denn sie hat nicht einmal die anderen Völkern als Ergebnis des Krieges zugefallene nationalstaatliche Konzentration als äußeren Rückhalt. So sieht man denn in den letzten Jahren eine Schwächung im Gefüge der zionistischen Organisation, ein Schwinden der zionistischen Autorität im jüdischen Leben, eine überstarke Abkehr der Jugend, ein Abnehmen der nationalen Geldleistungsfähigkeit. Der nationale Wille, den die Herzische Konzeption wie einen Funken aus dem Stein geschlagen hat, ist aber nicht am Erlöschen. Denn es wirkt die lebendige Kraft, die ihn entfacht hat: die objektiven und subjektiven Faktoren, welche den Zionismus schufen, sind nicht nur unvermindert, sondern in noch stärkerem Maße wirksam; selbst die durch Krieg und Nachkrieg geschwächte materielle und geistige Leistungsfähigkeit hat in Erez Israel eine nationale Zelle geschaffen, die nicht mehr zu zerstören ist. Es handelt sich heute nur darum, daß wieder genügend viele und starke Kräfte da sind, welche den Willen zum Volk manifestieren. Und der Zionismus wird immer solche in der Jugend finden. Der stete unaufhaltsame Wille zum Volk, das ist der Zionismus, den Herzl schuf und der nicht untergehen kann. Eine neue jüdische Jugend wird immer und immer wieder an Herzl anknüpfen. Das ist das Große, das er schuf. Das erste wissenschaftliche Antiquariat des Ostens Bei dem Einmarsch Preußens in das ihm durch die zweite Teilung Polens im Jahre 1793 zugefallene Posner Land fand die neue Regierung in der Landeshauptstadt Posen 345 zur Führung von Hanclelsbüchern verpflichtete Firmen vor, von denen sich 74 in christlichen und 271 in j ü d isehen Händen befanden. Dieser verhältnismäßig großen Zahl entsprach aber nicht ihre Bedeutung. Unter mehr oder minder leichtem Druck der preußischen Behörden wurden deshalb verschiedene Hoflieferanten Berlins und Potsdams veranlaßt, Zweigniederlassungen in dem neu erworbenen Gebiet zu errichten, damit den dorthin geschickten Beamten und Militärs bessere Einkaufsmöglichkeiten geboten würden. Die überwiegende Mehrheit der so verpflanzten altpreußischen Geschäfte konnten jedoch unter den für sie eigenartigen neuen Verhältnissen auf die Dauer nicht bestehen. Erhallen blieben u. a. nur — freilich über ein und ein Vierteljahrhundert hinaus — das Konfiturengeschäft der Hoflieferantenfirma Gebr. M i e t h e aus Potsdam und die Druckerei von Decker. Der Hofbuchdrucker Decker, dessen Druckerei noch kurz zuvor in Berlin die 15 Bände der „Oeuvres posthumes" und dann die weitern 10 Bände der Werke Friedrichs des Großen hergestellt hatte, erwarb in Posen die Druckerei des im Jahre 1773 aufgelösten Jesuitenordens und begründete damit die „Südpreußische Zeitung", die vom Jahre 1815 ab ihren Namen in „Posner Zeitung" änderte. Ihre Leitung sowie die Führung der Druckerei, des Verlags und Buchvertriebs übertrug er später seinem Neffen, dem Rittmeister Rosensliel, der durch seinen literarischen Streit mit Heinrich Heine über Posen hinaus bekannt geworden ist. Von Filialen Berliner Hauptgeschäfte auf gleichem oder ähnlichem kulturellen Gebiete, die in den folgenden Jahrzehnten in

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