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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 430

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Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Der politische Zionismus seit Theodor Herzl
Date
1929-07-01
Page
Seite 430 (sequence 2)
Language
German
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430 MENORAH nur durch das kommen, was sie augenfällig sahen: die bereits geleistete Arbeit in Palästina und die nach außen sehr wirksame Verbindung des zionistischen Gedankens mit dem täglichen Judcnleben, eine Verbindung, die auf den Außenstehenden viel slärker wirkt, als allgemein angenommen wird. Der moderne Zionismus beruht nämlich nicht bloß auf dem abstrakten Volkswillen, er besitzt vielmehr eine gewissermaßen aus dem täglichen Leben der Juden in den Galuthländern heraus geschaffene Basis, auf der sich der Volkswille und auch da nur in einer bestimmten Richtung, entfallen kann. Diese Richtung ist im zionistischen Programm festgelegt, das, auf eine Formel gebracht, besagt: Die Schaffung einer souveränen jüdischen Majorität in Palästina, die in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht normal gegliedert ist, so daß die Gewähr für eine dauernde eigene Existenz mit eigener Kultur gegeben erscheint. Die objektive Basis für die Willensentfaltung in der eben skizzierten Richtung ist die Judennot. Zionismus beruht daher wie jede andere, soziale Bewegung, auf einer Synthese von materiellen und geistigen, objektiven und subjektiven Faktoren. Die Konsequenz aus dieser Einstellung ist, daß es nur einen Willen eine s Volkes gibt und daß man daher die Interessen des Volkes nicht trennen kann in solche, die sich auf die Galulh, und solche, die sich auf Erez Israel beziehen: Denn es gibt nur eine einzige Form der Organisierung des jüdischen Willens und somit der nationalen Regeneration, deren Prozeß sich auf alle Gebiete des jüdischen Lebens hier und dort erstrecken muß. Die Beschränkung des Zionismus auf reine Palästinaarbeit würde daher naturnotwendig die vollkommene Ausschaltung des revolutionären Elementes aus dem jüdischen Galuthleben bedeuten, ebenso wie die ausschließliche Galuthbetätigung ohne Hinblick auf Palästina der Wirkung einer Schraube ohne Ende gleichkäme. Zur Zeit der Balfour-Deklaration waren Herzls letzte Worte in ,,Altneuland": „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen" so in Geltung, wie nie vorher. Tatsächlich wäre unter den damals denkbar günstigsten gesamtpolitischen Verhältnissen das zionistische Ziel in einer der großen Herzischen Vision vom Massenaufbruch nahezu gleichgekommenen Weise zu verwirklichen gewesen. Wenn dies nicht geschah, so gab es dafür äußere Gründe und auch solche, die gewissermaßen in der zionistischen Struktur selbst lagen. Die ersten lassen sich in einer Formel zusammenfassen: Verstärkung der jüdischen Dissoziation. Die Herzische Konzeption und die bisherige zionistische Arbeit basierten auf der Grundlage einer damals gegebenen, ganz bestimmt gearteten Dissoziation, in der es doch noch eine große, ziemlich homogene Judenmasse im Osten gab; in Rußland, Galizien und Rumänien wohnte damals mehr als die Hälfte der gesamten Judenheit in einer, gewisse graduelle Verschiedenheilen aufweisenden, aber sonst ziemlich einheitlichen wirtschaftlichen und sozialen Struktur. Ja man kann sogar feststellen, daß im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege, trotz der jüdischen Massenauswanderung aus Rußland, vielleicht sogar in einem gewissen Zusammenhang mit ihr, eine wirtschaftliche Erstarkung des russischen Judentums vor sich gegangen war. Doch dieser Prozeß wurde durch den Krieg unterbrochen und der Nachkrieg brachte den Juden durch die Zertrümmerung Osteuropas vielleicht mehr Schaden, als der Krieg selbst und schwächte ihre materielle, wie ihre Willenskraft. Die Friedensverträge, welche dem jüdischen Volke seine historischen Rechte bestätigten und seinen neu erwachten Volkswillcn mit der Erfüllung krönten, waren wie in vielen anderen Punkten, auch hier ungünstig in ihren Wirkungen, weil sie durch die Verstärkung der jüdischen Dissoziation die Voraussetzungen für die Schaffung des souveränen Judcnvolkes, welche die Schöpfer des nationalen Heimstättengedankens selbst gewünscht hatten, schwächten. Mit diesen äußeren Umständen mag es zum Teile auch zusammenhängen, daß i n

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