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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1929-07-01
Page
Seite 424 (sequence 17)
Language
German
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424 MENORAH Der Sturm legte sich, aber die Finsternis war undurchdringlich geworden, und es goß in Strömen. Es war vielleicht eine Sintflut wie zu Noahs Zeiten. „Um Himmels willen, wo ist meine Frau?'' schrie Jossei, der Kinderlehrer. „Ich habe zwanzig Pesos im Vermögen, ich gebe sie euch, aber eilt hin und bringt sie. Sie ist dort irgendwo zurückgeblieben . . Vier Leute brachten ein Feldbett herein, darauf lag eine Frau, der mitten drin eingefallen war, Geburtswehen zu kriegen . .. Einer kommt laut hereingestürzt: Rasch, ein Mensch ertrinkt! Nicht weit von hier ruft er aus einer Grube um Hilfe." Unsre Soldaten eilten zur Rettung. Gerbl kommandierte: „Nationalgarde, an die Rettung!" Er selbst begibt sich zu den Ohnmächtigen, reicht dem einem Wasser und dem anderen ein Stück Zitrone (Heilmittel gab es keine) ... Zwei Gardisten bringen ein sechsjähriges Kind herein. Ein Zeltpfeiler hat ihm das Gehirn eingeschlagen. Die Mutter liegt in schwerer Ohnmacht, es ist unmöglich, sie zu erwecken. Bald darauf kamen auch die Einwohner aus der Comissariagegend. Alle suchten Schutz in dem Administrationsgebäude, sie kamen bloßköpßg, die Weiber mit zerwühlten und wuscheligen Haaren, aus dem das Wasser troff; viele mit verwundeten Augen und mit eingeschlagenen Zähnen ... Im Hause herrscht eine schreckliche Enge, es kann niemand mehr herein. Ein guter Rat ist bald zur Stelle: die gesunden Männer und Frauen müssen hinaus in den Regen, und die Kranken und Verwundeten werden untier Dach gebracht. Wir stehen hart an der Wand. Der Regen wäscht uns, und die Kälte ist grimmig und dringt bis ins Mark. Die Brüder Swerdlik bringen die Leiche ihrer Mutter. Ein Zinkblech eines abgetragenen Daches traf sie am Kopfe und erschlug sie. Die Tote wird hingelegt, und die Frauen heben ein so furchtbares Klagen an. daß einem der Leib gruselt. Mit Tagesanbruch hörte der Regen auf. (Fortsetzung folgt.)

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