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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 404

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Das Grabmal für Chajes
Date
1929-07-01
Page
Seite 404 (sequence 2)
Language
German
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404 MENORAH mit verschiedener, sorgfältig und rein geschriebener Schrift, ist er ein jüdischer Denkstein. Zum Schluß: Die Gemeinde hat sich, als sie an die Lösung dieser außerordentlichen Aufgabe herantrat, an Oskar Strnad. einen unserer besten Künstler gewendet, und dieser wieder für das Beschreiben des Males an die beste Hand, an Hertha Ramsauer aus der Werkslätle des Meisters Rudolf Larisch. Auch das hat seine grundsätzliche Bedeutung. Unsere Kultur kann in ihrem alten edlen Sinn nur von den besten Kräften erneuert werden. Wenigstens die Anfänge jedes ihrer Wege müßten, damit sie vorbildlich wirken können, den hervorragenden und bewährten modernen Begabungen überantwortet werden. Wo es, wie hier, um die gründliche Reinigung einer seit langem schon fehlgehenden Gewohnheit, um die Herstellung einer Idee und die Aufrichtung eines mustergültigen Beispieles geht, ist nichts beiläufig, ist alles wesentlich. Zum Glück steht heute für jede Aufgabe eine Reihe erlesener jüdischer Talente bereit. Sie, nur sie zu gebrauchen, ist Pflicht am lebendigen Augenblick unseres Volkes. Die Wiener Gemeinde hat bisher, trotzdem sie — seit Jahren schon — umgeben ist von einem kaum vergleichlichen Kreis wahrhaft schöpferischer und anerkannter Künstler, den Weg zu ihnen nicht gefunden. Erst der Grabstein für Ghajes brachte einen bescheidenen Anfang. Hoffentlich bedeutet er eine neue und andauernde Wendung. Es ist noch immer nicht zu spät, aber es ist hoch an der Zeit. J^lax Eisler. HERZLS BILD Von Siegfried Schmitz Theodor Herzl ist eine Gestalt, die sicher in die Legende eingehen muß. Aber zunächst muß die Legende, welche seit dem Tage, da er vor 25 Jahren in die Erde gesenkt ward, vom schöngeislelnden Bodensatz immer wieder in Umlauf gesetzt wird, die gewissermaßen ästhetische H e r z 1 - L e g e n d e ausgemerzt werden. Denn sie setzt Herzls Größe herab, zieht diesen reinen Geist in die Niederungen, wo Jene hausen, die s i c h durch diese Legende als Fleisch von seinem Fleische oder gar Geist von seinem Geiste emporspielen möchten. Es ist jene Legende, die Herzl hinstellt als — Propheten, doch in jener augenzwinkernd eh' schon wissenden Beziehung zum Wahnsinn, die mit den älteren oder moderneren Hilfsmitteln der Seelendeutung, nur vorsichtig-höflich gefaßt, hergestellt wird. Die ästhetischen Herzl-Bewunderer und -Erklärer geben vor, jener Theodor Herzl sei von einer unbegreiflichen (nur vielleicht durch den posthumen Erfolg doch allmählich ent-

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