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Menorah · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Article
Der erste Schultag
Date
1929-07-01
Page
Seite 396 (sequence 4)
Language
German
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396 MENORAH Glutim wußte nicht recht, was man von ihm verlangte, aber das blitzende Auge des Beifers verstand er, und nun schrie er schluchzend ., Aleph!" mit den andern um die Wette. Der Belfer rückte mit dem Deutholz weiter nach links: ,.Passech Aleph A!" Und die Kinder schrillten im Chor: Passech Aleph A!" Chaim schrie ungeheißen mit. Er schrie. Aber sein Auge wanderte in der Stube umher. Er blieb an der steinalten Frau haften, die im entferntesten Winkel auf einem Schemel saß, eine große Brille auf der Nase, einen Strumpf in der Hand, in den sie eine Ferse einsetzte. Ein Berg von Strümpfen türmte sich ihr zur Linken. Chaim dachte nach, ob das schon geflickte wären oder erst zu flickende. Wenn es ihm vorkam, daß es ungellickte sein konnten, hatte er ein so brennendes Mitleid mit dem alten Weiblein, daß er darüber seinen eigenen Jammer vergaß; blitzte in ihm die Hoffnung auf, daß sie doch geflickt sein könnten, so lachte er. ohne1 es zu wissen, übers ganze pausbäckige rosige Gesicht. Plötzlich nahm das Weiblein die Hornbrille ab und blickte ihn mit ihren kleinen schwarzen Augen an. Sie verzog keine Miene, aber die Augen lachten ihn an — ganz bestimmt. Und plötzlich wandte sie sich zu dem Manne mit der siebenschwänzigen Katze: ..Leser (Lazar), ruh' dich aus." Der Rebbe legte die Peitsche auf das Bett hinter seinem Sessel und seufzte tief auf. Wie auf Befehl sprangen die Knaben über Tisch und Bänke zur Tür hinaus, im Nu war die Stube leer. Chaim siarrte noch immer die Rebbezen an. „Was sitzst du noch da wie ein Lehmech?" schrie ihn der Belfer an. Er flog zur Tür hinaus — der Mutter in die Arme. Und — oh, der Glückseligkeit! — hinter der Mutter stand die Bube Pessel, und ihre zahllosen feinen Runzeln in dem runden blaßroten Gesicht lachten ihn an. Die rechte Hand war unter dem Brusttuch versteckt: sie hatte, wie immer, was Gutes mitgebracht. Chaim ergriff mit seiner Rechten die freie Hand der Großmutter, mit der Linken das bauschige geblümte Kleid der Mutter. ,,Wohin ziehst du uns?" lachte die Bube. .,Nach Hause!" ,,Aber Channel! Du mußt doch Toire lernen.. Chaim entsank das Herz bei dem Gedanken, daß er ins Glieder zurück sollte, und er wollte eben laut aufschreien, als er sah, daß ein ganzer Haufe Kinder, nicht größer als er, ihn neugierig anschauten. Da

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