Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Article
- Die Judenviertel Budapests
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 390 (sequence 6)
- Language
- German
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390 M E N O R A U /Y.v/ — Älteste .Alhorschul", jetzt ein WarenUu/cr im Orczi/sehen Hause /.weilen Ilällle des IS. Jahrhunderts hören wir von Ficranlen. Markigehern, die den in seinen Anfüllten sehr kedeulenden lYs'.er Mark! aufsuchen. C.hara kferislischerweise isl die ersle jüdische Institution, die sich hier entwickelte, die (i;i r k ii c h e für Cominaranlen und Durchreisende, die der Allofner Simon L a z;i r von dem Militärkommando in Pacht nimml. Der Pachtzins isl ein auffallend hoher. was auf großen Zuspruch schließen Iii Ml. Trotzdem dauert es noch mehr als zwei Menschenaller. bis sich die erslen Juden hier einbürgern dürfen. Polilischc Monienle lassen Pest am Anfang des 1 (.h Jahrhunderts in den Vordergrund Irelen, um es dann - gleichzeitig mil dem Niederrang Allofens — mil einem Ruck an die Spilze des Landes zu stellen. In der nach Marin Theresia benannten T h e r e s i e n s ladt schlugen die .luden hauptsächlich ihre Ouarliere auf. wo es wohl Judengassen niemals gegeben hal. aber ..man darl' nur die Königsgasse, die Zwei Mohrengasse oder die Drei Trommelgasse (nach Firmenschildern so benannt) oder andere* daran auslotende (Jäüchen belrelen und man wird leicht erkennen, dal.» da ..der lsraelilensame ausgesll'eut ist"' — sagt der < hrislliche HisloriUer Schams. Besonders das an der Landstraße liegende sogenannte Baron Orczysche Haus, das mit seinen zwei langen (iassenl'ronten. seinen drei Höfen, seiner Anzahl von Quergebä uden und separaten Magazin räumen seinerzeit als eine Sehenswürdigkeil erslen Hanges galt und dem Besitzer stündlich einen Dukalen gelragen haben soll, war das Zentrum des geschäftlichen Lebens. In diesen gewaltigen, zirka 100 (ieschäflslokalen entwickelte sich eine Art Börse für Landesprodukle. Wein, (ielreide. Textilien,