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Menorah · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Article
Wochenende in Jericho
Date
1929-05-01
Page
Seite 303 (sequence 5)
Language
German
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W O C H E N E N D E I N J E R I C II () 303 Hirten kommen, um ihre Herden zu tränken. Sie sehen wild uns. gewiß — aber sie tun dir nichts. Freuen sie sich doch mit dir genau so wie du mit ihnen. Was taten wir dann? Vielleicht sind wir 'durch die Orangenhaine geschlendert. Indien zweifelhaften Tee getrunken wir wissen es nicht recht. Immerhin, schließlich war es Samstag abend, und wir fuhren zurück nach Jerusalem. Wie fremd schien uns die Stadt! Wie lange waren wir nicht dagewesen? Wohl, wir sind erst am Freilag fort. — aber war das nicht ein Freitag vor vielen Jahren? Das kann nicht erst gestern gewesen sein! er vor zwei .fahren in Tarnow verstorbene Rabbiner A r a k. Yer- I ß fasser vielbeachteter, scharfsinniger talmudischer Werke, die ihn weit über Polen hinaus bekannt machten, erzählte mir einst eine Episode aus seinem Wirken im tiefsten jüdischen Osten, die wert ist. wiedererzählt zu werden. An einem heißen Sommertage des Jahres 19 . . suchte mich der Pfarrer eines mehrere Meilen von meinem damaligen Wohnsitz Buczaoz gelegenen Dorfes auf und bat mich einen Streit zu schlichten, den er mit einem Dorfjuden habe. Auf die ein wenig verwunderte Frage, warum er sich gerade? an mich wende, erzählte der Pfarrer, er stehe mit dem Dorfjuden seit langem in geschäftlicher Verbindung und habe zu ihm stets unbegrenztes Vertrauen gehabt; dieses scheine der Jude jedoch arg mißbraucht zu haben. Wie schon oft sei der Dorfjude am Tage vorher zu ihm in Geschäften gekommen; die Besprechung dauerte längen4 Zeit. Währenddem brachte der Postbote dem Pfarrer 5000 Kronen. Diese Summe legte er vor sich auf den Tisch hin. Nach einer Weile wurde er ins nächste Zimmer gerufen und verabschiedete, ehe er dorthin ging, den Juden. Als er nach kurzer Zeit wieder das Zimmer betrat, in welchem die Besprechung mit dem Juden stattgefunden hatte, war das (leid vom Tisch verschwunden. Da niemand anderer außer dem Juden das Zimmer betreten hatte, ließ ihn der Pfarrer sofort holen, und verlangte1 von ihm das (leid zurück. Dabei gab er ihm das Versprechen, über den Vorfall zu Aus dem Englischen (Mennrah-Journril) von Paula Arnold.

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