Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Article
- Juden sollen Bauern werden!
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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282 M ENORA II versehwanden. Schneur, der Kinderlehrer, sprach bald darauf mit zitternder Stimme den Segen über den Donner, und wie es den Anschein halte, begann bald als Zustimmung von allen Seiten ein Donner nach dem andern zu krachen, und die Blitze waren von so langer Dauer, daß wir uns gegenseitig sehen konnten. Dicke Regentropfen, bald warm, bald eiskalt, fielen auf die Erde nieder. Der Wind, der für eine Weile aufgehört hatte, brach von neuem los und wütete noch zorniger als vorher, er stürmte, fegte, machte einen Höllenlärm und trieb den Regen ab. Ein schrecklicher Kampf wurde über unseren Häuptern zwischen dem „Pampero" und dem Regen ausgefochten; und der Regen siegle. Eine Wasserflut stürzte aus den Wolken herab, überwand den Sturm und brachte ihn zum Schweigen. „Vorwärts!", ermutigten wir uns gegenseitig und schritten aus. Es goß mit Eimern, wir wurden bis auf die Knochen naß. Die Wolldecken, die fast jeder noch vom Schiffe her mit sich trug, wurden schwer wie Blei. Gruppenweise nahmen wir uns an den Händen und drängten uns vorwärts, tief in die Finsternis hinein. Wohin? Das wußten wir selbst nicht! Man watete im nassen Gras und Gestrüpp, ohne Weg und ohne Ziel. Begleitet von unaufhörlichen Blitzen und dröhnendem Gedonner mochten wir uns, an allen Nerven zitternd, eine Stunde lang fortgeschleppt haben, bis wir einen Drahtzaun erreichten, mit welchem hier alle Felder umgehen sind. „Stop! Eine Wand!-*, ließen sich Stimmen aus den vordersten Reihen vernehmen, wo sich manche bereits an den Balken, durch die der Draht ging, verwundet hatten. ..Achtung, eine Wand!" Aber wer konnte denn hören bei diesem Unwetter? Es entstand ein Gedränge, einer fiel auf den andern, man trat auf Köpfe und Beine. Es war ein Glück, daß es dazumal noch keinen Stacheldraht gab, es hätte sonst Schwerverwundete und vielleicht auch Tote gegeben. Der ganze Zug schleppte sieh bis an den Zaun heran, und man stand ratlos da und wußte nicht, was weiter. Indes hörten wir ein Geschrei: ..Russos". und ein geltender PfilV der Gauchos durchschnitt die Luft und hallte in den Ohren. Beim Schein eines langanhaltenden Blitzes erblickten wir jenseits des Zaunes zwei unserer Wegweiser: sie rillen ganz gemütlich auf ihren Pferden, und wir folgerten daraus, unser Grund und Boden müsse sich gewiß jenseits des Zaunes befinden. Wir begannen eiligst die anderthalb Meter hohe Wand zu überklettern LGrüne'" Esel, der Versland langte nicht, sich durch die Drähte hindurch zu zwängen!) und mit