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Menorah · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Article
Edmond Fleg
Date
1929-05-01
Page
Seite 272 (sequence 7)
Language
German
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272 MENORAH obachte und warte: eines Tages wird es wieder aufflammen. Es ist eine sehr alte Geschichte, die in jedem Jahrhundert von neuem anhebt: Israel hat tausend Gelegenheiten gehabt, zu sterben, es ist tausendmal zu neuem Leben erwacht... So werde ich Israel bis zu dir weitergeführt haben und du wirst es wieder weiterführen bis zu anderen, wenn du willst, wenn du kannst. Und so werden wir beide, jeder nach seiner Art, das göttliche Gebot erfüllt und überliefert haben: ,Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du stets auf deinem Herzen halten. Du sollst sie einschärfen deinen Kindern 13 ieses Buch jüdischer Treue ist um so wertvoller und bedeutender, als es in einer Zeit entstanden ist, in der so mancher jüdische Intellektuelle seine geistige Höhe dadurch zu dokumentieren sucht, daß er seinem angestammten Volke Lebewohl sagt. Dieses ausgezeichnete Buch des Pariser Dichters ist ein neuer Beweis für die Unbesiegbarkeit jüdischen Geistes. ACHLAH OTO HAAREZ! „Das Land hat ihn gefressen!" — Staunend hört Man immer wieder in den dunklen Lauten — Die wohlerhalten ruhten durch die Zeiten Im klaren Sarg der Bibel, und die heute Im Bibellande flink und munter schwirren — Dies harte Wort. — Wie? — Unser Heimatland, Die liebende, die liebe Mutter, die Wir im Gebet, im Traume wie im Wachen, Sehnsüchtig sahn nach uns die Arme strecken, Die aus der Knechtschaft wir zu lösen kamen Mit Opfern unerhört — Sie frißt uns auf? Sie sagen's immer wieder: der und jener Und die und die — sie haben mit der Kugel, Die hier so locker sitzt im Lauf der Waffe, Ein Ende selbst gemacht. Und achselzuckend, In bittrem Schmerz wie auch in herbem Tadel, Im Mitempfinden wie im kalt Verstehen Fügt jeder grimmig bei das böse Wort: „Das Land hat ihn gefressen."-- Ist's wahr 9 Verschlingt sie uns, die uns doch nähren, Die uns mit neuem Leben füllen sollte? Es ist nicht wahr! Die Erde gibt uns Kraft, Sie gibt uns Mut und Freude, macht uns zähe — Wer aber saugt aus uns, was sie uns schenkte, Wer macht aus manchem Schößling, rank und saftig Ein dürres Reis, vom ersten Sturm geknickt? Die Menschen unter uns, doch nicht von uns, Die Mut und Freude, Kraft und Festigkeit Selbst niemals hatten und dem andern neiden, Die nur Befriedigung finden im Besitz — Sie tragen Schuld, sie sind die wahren Mörder! Paula Arnold

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