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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Samuel Jacobs
Date
1929-03-01
Page
217 (sequence 1)
Language
German
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Mit Genehmigung des Verlages Rütten & Loening, Frankfurt a. M.; Nachdruck verboten Eine Firma macht bankrott, nichts Außergewöhnliches an sich, aber eine Fanfare im Leben der vielen einzelnen, die beruflich die Summe „Firma" verkörpern. In seinem Buch schildert Asch in verschiedenen Typen diesen amerikanischen Menschen, sein Leben ohne Sentimentalität, die Nichtigkeit seines Leidens, über das der Fortschritt der Gesamtheit ohne Erbarmen hinweggeht. Der Autor singt das Lied des Alltags, des Tempos, der Energie, durch das Autohupen, Telephongeschrill, das Tacken des Börsentickers klingt, in dem der Ruf des Zeitungsverkäufers, der Schlag des Boxhandschuhes, der Pfiff des Polizisten widerhallt. Die Tänze in den Kabaretts, die Tees in den eleganten Hotels, die Dumpfheit der Familie, des Heims — ganz New York wird in diesen Skizzen zum gestaltenden Erlebnis. Ein Erlebnis, das aber trotz der Wucht nicht niederdrückt, sondern ermutigt, da alle Tragik durch das Leben, das keinen Stillstand kennt, überwunden wird. Hier geben wir mit freundlicher Genehmigung des Verlages ein Kapitel wieder, dessen Personen dem jüdischen Milieu entnommen sind und das in ausgezeichneter Form das zwiespältige Leben der alten und jungen Generation aufzeigt. Die Red, _|_ß „Sarah, wo ist Sammy?" „Er ist noch nicht vom Geschäft nach Hause gekommen", erwiderte Frau Jacobs. Der alte Jacobs kehrte in seinen Laden zurück. Er wog für Herrn Goldmann, den Metzger, den Schnupftabak, nahm den Vierteldollar in Empfang, legte ihn in die kleine Schublade des Pultes und vertiefte sich von neuem in sein Buch. Seine Augen wurden versonnen, seine Lippen murmelten die Worte, sein ganzer Körper wiegte sich nach vorn und zurück. Es war sehr still. Von der Straße drang kaum ein Geräusch herein. Bisweilen summte eine Fliege an der Fensterscheibe, versuchte sich zu befreien und in die frische Luft hinauszugelangen. Frau Jacobs bereitete in der Küche hinter dem Laden das Abendessen. An der Wand über dem Herd hingen die kupfernen Familienkasserollen, glänzend, rot, funkelnd. Das Brett, auf dem die Teller standen, war mit buntem, ausgezacktem Papier geschmückt. Der Kaminsims war mit einem alten Kaschmirschal bedeckt, auf dem drei Leuchter standen, zwei silberne einarmige, auf jeder Seite einer, und in der Mitte ein großer siebenarmiger aus Messing. Die Mitte des Raumes wurde von einem großen Tisch eingenommen, auf dem eine rot und schwarz karrierte Decke lag. Ein silbernes Salzfaß stand auf dem Tisch. er alte Jacobs fragte seine Frau:

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