Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Article
- Die Braunschweiger Gebetbuchhandschriften
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 158 (sequence 6)
- Language
- German
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158 M E N O R A II Eine andere B raun Schweiger Pergamenthandschrift aus der Zeit Alexander Davids ist ein Jahresgebetbuch von 207 Blättern (Blaltgröße 22 >< 32 ein) und stammt aus der berühmten mährischen Schreiherschule, über die unlängst Theo llarburger in seinem Aufsatz ..Jüdische Buchmalerei im 18. Jahrhundert'sV) ausführlich berichtet hal. Die bedeutendsten Werkt4 dieser Schule befinden sich in Süddeulschland und im Besitz der Wiener Gemeinde. Die Braunschweiger Handschrift besieht aus zwei Teilen in einem Band, der erste Teil enthält den Siddur mit allen Zutaten (Pirke Ahoi. Jozrol. Seiichol, Maarohol usw.), der zweite Teil stellt den Psalter dar. auf die sieben Tage der Woche liturgisch eingeteilt, und schließ! mit den Gebeten für Jörn kippur kutan ab. Zwischen die massoretischen Schlußbemerkungen zu den Psalmen hat der Schreiber seinen Namen gesetzt: m^zn x-.cci x:rc rrn b": pnbs t-he p kv„t ,v-k ibzbr^ zrr.rn Wir haben es also hier mit einem weiteren Werk des bei Kaufmann'5) erwähnten Arja Löh Collen zu tun, und es scheint in der Art der Anlage und Illumination dem Gebetbuch von der Hand des gleichen Künstlers am nächsten zu kommen, das der Baronin Leonore Wetzlar gehörte und sich jetzt in der Bibliothek der Wiener Gemeinde befindet7!. Die Titelblätter heider Teile zeigen bekannte Darstellungen von Mose und Aron, die die Titelschrift flankieren, darüber halten zwei Löwen eine Zeichnung der Opferung Isaaks, darunter befinden sich in kleinerer Ausführung David und Salomo und zwischen ihnen der von der Himmelsleiter träumende Jakob. Das Gebetbuch ist in .,Amsterdamer Schriftzeicheif' unter der Regierung des Kaisers Carolus (Karl VI. von Osterreich; 1711—1740) im Jahre 1726. der Psalter im Jahre 175ÖS). beide ohne Ortsangabe, geschrieben. Eine Menora. in deren sieben Arme nach kabbalistischer Art der 67. Psalm geschrieben ist. nimmt das zweite Blatt der Handschrift ein.