Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Article
- Das Haus Israel
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 151 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS HAUS ISRAEL 151 Genius der Urnation, der uns überallhin begleitet, trauert und ist nicht zu trösten, weil sich der göttliche Totalitätsgedanke nicht völlig aufgeschlossen, ausgewirkt hat. Wir können nicht von unserem Weg lassen, der, von außen gesehen, auf Expansion, Invasion, Wanderung, Kolonisation, Konzentration und Sammlung hinweist. Allein eine jegliche Zeitspanne, eine jegliche Geschichtsperiode hat ihre Aufgabe und insbesondere in Zeiten weltgeschichtlicher Hochspannung — und unsere Epoche ist solcher Art — heißt es für das „Haus Israel": Sammlung von Israel, Neufundierung der Metropole seiner weltgeschichtlichen Kolonisation- und Missionswerke. In solchen Zeiten sucht die Hebräernation, diese Urnation der Weltkultur schlechthin, sucht die Seele des Judentums, das jüdische Volk, ihren Körper aufs neue zu stählen und wahrzunehmen. Und unser Blick richtet sich natürlicherweise auf das Land hin, wo selbst der universelle Bundesgedanke des Volkes zur Welt kam, zurück, zum Ausgangspunkt unserer Geschichte, ohne jedoch der Wege zu vergessen, die wir gegangen sind. ,,Zurück" — um so leichter hinauf, zur Totalität, zu kommen. Wir ändern nicht selten unsere Kolonisationsbasis, vermögen aber dabei unser nationales Ziel, das stets ein universelles ist, nicht aus den Augen zu verlieren. Sonst, — sonst trauert die Schechinah, und der „Ebed Jahwe" bleibt in Fesseln geschlagen. Das Leid der Schechinah vermögen wir aber auf die Dauer nicht zu dulden, kaum zu ertragen. Ob dieses Ideal für uns notwendig, ob der Weg, der zu ihm führt, auch gangbar ist? Darüber wollen wir einmal die Geschichte befragen, in die das „Haus Israel" zurzeit eingestellt ist, aber schon jetzt können wir getrost die Behauptung aufstellen: Das Gut, das das „Haus Israel" verwaltet, die Totalitätsrealität, die es auswirkt, wird von keinem der Völker, die sich Kulturnationen nennen, in dem Sinne und Maße bewerkstelligt, wie es durch die israelitische Schicksalsgemeinschaft vollzogen wird. Die Welt, die Menschheits- und Menschengeschichte hat sicherlich etwas Großes mit dem „Hause Israel" vor.