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Menorah · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Article
Das Haus Israel
Date
1929-03-01
Page
131 (sequence 1)
Language
German
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MENORAH VII. JAHRGANG MÄRZ/APRIL 1929 NUMMER 3/4 DAS HAUS ISRAEL Von David Koigen I. Nicht nur die Nicht-Juden, wir selbst vermögen zurzeit dem Problem „Judentum" nicht auszuweichen. Für jene sind wir, jeder unserer Schritte, unsere Existenz schlechthin ein Ereignis, das beunruhigt und in Wallung bringt. Als Ganzes erscheinen wir jenen in höherem Maße anders geartet, als es der Franzose dem Deutschen, der Russe dem Engländer und dergleichen mehr zu erscheinen pflegt. Um einigermaßen sich mit uns abzufinden, zeichnen die andern, die Fremden, Bilder von unserem Dasein und unserer Geschichte. Und also verfahren sie seit Jahrtausenden. Eine jegliche Epoche konstruiert sich ihr eigenes Judentum, versucht auf eigene Weise sein Weltgefühl, seine Lebens- und Kultureinstellung darzustellen. Und stets ist es etwas Unerforschliches und Fremdes, an das sie in ihrer Erkenntnis stoßen. Der Römer Cicero scheint am besten dieses negative Resultat ausgedrückt zu haben, als er das Judentum als „drittes Geschlecht" bezeichnete. Dem Hebräer ergeht es hier wie dem Griechen, dem anderen großen Repräsentanten der Antike, mit dem Unterschiede jedoch, daß der Hellene als Träger des unsere Weltbildung noch heute nährenden Griechentums nicht mehr unter den Lebenden ausfindig zu machen ist. Der Jude aber ist ein lebendiger Mensch, und jedes Bild, das man von ihm zeichnet, ist nicht ohne Bedeutung für sein Hab und Gut, für sein Leid und Glück. Wie die Völker und Menschen, so weisen auch die Erkenntnisse jener, das Bewußtsein, in dem sie sich spiegeln, eine eigentümliche Entwicklungsgeschichte auf. Die Versuchung liegt nahe, das Wesen und den Sinn eines Volkstums — in unserem Falle des Judentums —- mit den Bewußtseinsbildern, die Uneingeweihte verschiedener Zeiten von jenem gewonnen haben, gleichzusetzen. So lange das Judentum eine abgeschlossene konzentrische Nationaleinheit darstellte — so noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts abendländischer Zeitrechnung — vermochte

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