Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1929)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 115 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 115 von Jaffa. Er traf am Abend ein, berief einen jüdischen Sekretär zu sich und erklärte, er werde am nächsten Morgen eine Begrüßursgsdeputation von jüdischen Bürgern empfangen und an sie eine arabische Ansprache richten. Er sei kein Antisemit, sagte er, und hege die besten Sympathien für jene Juden, die im Lande geboren sind und spaniolisch oder arabisch sprechen, aber die anderen, die eingewanderten, hätten im Lande überhaupt nichts zu suchen. Der Sekretär erstattete dem Waad Hazirim Bericht, und wir teiephonierten dem General Money, daß es einen Skandal geben werde; die Deputation werde einfach während seiner arabischen Ansprache den Saal verlassen. Sogar Money schien dies zu bunt, und es wurde dem Gouverneur der Auftrag erteilt, englisch zu sprechen und überhaupt keine überflüssigen Worte zu machen. Er konnte sich jedoch nicht beherrschen. Einen Monat darauf sagte er in einem Klub in Gegenwart vieler englischer und zweier französischer Offiziere: „Wenn man hier über die Juden herfallen wird, werde ich mein Fenster öffnen und zuschauen; den Truppen werde ich den Befehl erteilen, sich nicht einzumengen." Die beiden französischen Offiziere waren Juden: Dr. Segal und Adjudant Saphir. Sie haben dies dem Waad Hazirim berichtet. Klug wie Gabriel schon war, hatte er aber eine Sache nicht begriffen: die Juden sind bloß in Palästina schwach, andersw7o hingegen stark — stärker zum Beispiel als eine Gruppe Offiziere auf dem Oelberg. Zu Ende des Jahres 1919 verschwand Gabriel wie auch General Money. In Palästina erzählt man sich, es hätte dies Mr. Brandeis erwirkt, der nach einem Besuch in Palästina nach London ging und sich über die Lage bitter beschwert hatte, Ob dies der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht. Gabriel wollte den Oelberg nur ungern verlassen, noch lange Zeit danach trug er sich mit dem Kolonisationsprojekt für die Malteser herum. Das Projekt erlitt Schiffbruch, und nun sucht er Trost in antizionistischen. Artikeln in Londoner Zeitungen. Apropos, denselben Trost fand jetzt auch Mr. Phiiby. Er hat Schmerzen, die ihn Trost zu suchen zwingen. Sein Lebenstraum ist fast in Erfüllung gegangen, man hatte ihn als englischen „Adviser" in einen Teil seines arabischen Paradieses delegiert — in das Gebiet jenseits des Jordans. Dort verblieb er ein Jahr lang, studierte Abdallahs Regierungskünste und reiste enttäuscht und „degoutiert" ab. Merkwürdig, daß es auch den anderen Predi-