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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Entwürfe für eine Synagoge
Date
1929-02-01
Page
Seite 91 (sequence 6)
Language
German
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ENTWÜRFE 91 bild des Orients, das sich eben deshalb am besten zum Wahrzeichen unserer Bethäuser eigne. Nun ist schon die Voraussetzung, die hier ausgesprochen wird, anfechtbar, die Folgerung bleibt jedenfalls falsch. Denn jüdisch ist die Kuppel ganz gewiß nicht. Schon als sie bei uns aufkam, war also der Brauch bedenklich, der beiläufige Orientalismus, der damit in die Welt gesetzt wurde, nährte die Verwirrung der Begriffe von jüdischer Architektur, und da er bis zum üblen Ende, bis zum Schmuck der Wände mit sogenannten Arabesken fortgesetzt wurde, hatte er nur zu bald die völlige Verwilderung der volkstümlichen Vorstellungen zur Folge. Trotz alledem hat man die Verwendung der Kuppel solange verstehen können, als sie —- was ja ihrer Natur entspricht — einer zentralen Anlage zum Dache diente. Als man aber von der altehrwürdigen Ordnung mit dem Almemor in der Mitte des Tempels abkam und nun die Wölbung einem ostwärts gestreckten Langhause aufzwang, war das irrige Symbol auch ein baulicher Widersinn geworden. Dessen ungeachtet hat man bis heute daran festgehalten. Und wird es den Bauherren von Sillein nicht gut verdenken können, daß auch sie bei der Ausschreibung ihres neuen Tempels die Kuppel für eine conditio sine qua non gehalten haben. Aber - und das ist das Merkwürdige — der Baumeister hat trotzdem nicht mitgetan. Das soll nicht heißen, daß er in eigensinniger Weise dem Verlangen der Besteller einfach den Rücken gekehrt hat. Hätte er das getan, es wäre genug interessant, aber als ein Akt persönlicher Willkür so vielen Aufhebens nicht wert. Doch er hat gehorsam mit der Kuppel begonnen und ist erst auf dem langwierigen Weg der Arbeit zum Zeltdach gekommen. Er hat nach den Angaben von Ort, Ausmaß und Zweck des Baues einen Grundriß entworfen, hat aus diesem genau durchdachten Grundriß die angemessene, funktionelle Raumform gefolgert und ist dabei nach vielen Versuchen immer weiter von der Kuppel abgeraten, um endlich beim Zelt zu landen. Die Abkehr von der alten, die Aufrichtung der neuen Form war hier das Ergebnis eines rein baumeisterlichen Werkganges. Und eben das gibt dem Vorfall die größere, die grundsätzliche Bedeutung. Mit solchen Gedanken wird man auch, will man sie recht verstehen, die sechzehn Handzeichnungen ansehen müssen, die bei diesem Anlaß entstanden sind. Wir können hier leider nur die Hälfte davon wiedergeben. Aber auch sie wird, worauf es an-

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