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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Eine italienische Reise
Date
1929-02-01
Page
Seite 82 (sequence 7)
Language
German
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82 MENORAH ich gar nichts gefunden — Dabei wars am Sehabbes und ich war zum Gottesdienst, Orgel, Kantor und Gemeinde, ungefähr so wie in der Johannisstraße in Berlin. — Ich sprach den Herrn Rabbiner, kulturgesclüchtlich anscheinend uninteressiert, kennt er wohl die meisten Juden der Stadt nicht. — Sonntag waren wir in Florenz. Seit dem Mittelalter war Florenz Mittelpunkt der Entwicklung des Geisteslebens bis zur Neuzeit. Von hier ging die Schöpfung der italienischen Sprache und Literatur aus, hier wuchs und entfaltete sich die italienische Kunst. In seinen Straßen und Plätzen — in seinen Bauten und Skulpturen spiegelt sich die Welt. Hier ist auch heute noch das geistige Zentrum des italienischen Judentums, nicht nur in Florenz selbst, in den unter 250 000 Einwohnern etwa 3000 Juden sind, sondern in dem früheren Großherzogtum Toscana (dessen Hauptstadt Florenz ist) überhaupt. Hierzu gehören Livorno mit etwa 3000 Juden, Pisa mit 500 und Siena mit etwa 200 Juden. In Florenz ist ein Rabbinerseminar, dessen Sekretär mir bereitwilligst Auskunft erteilte. Zu meinem großen Bedauern konnte ich den verdienstvollen Leiter des Instituts Herrn Oberrabbiner Dr. Margulis nicht persönlich sprechen. Durch dieses Seminar ist auch hier in Florenz die für die jüdischen Gemeinden in Italien sehr wichtige Frage des Rabbinernachwuchses gelöst, dank den eifrigen Bemühungen eben des Oberrabbiners Dr. Margulis. Durch ihn ist dieses Collegio Rabbinico zu außerordentlicher Blüte gebracht, durch ihn ist eine Gemeinsamkeit und Arbeitsteilung mit dem Seminar in Livorno erzielt worden und durch diese Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums ist es möglich den katholischen Universitäten, die sonst die orientalische und jüdische Wissenschaft ganz in Händen hätten, ein Paroli zu bieten, was bei der Interesselosigkeit der heutigen jüdischen Bevölkerung in Italien gegenüber den jüdischen Wissenschaften ganz besonders .notwendig ist. Und auf demselben Grundstück, auf dem das Seminar sich befindet, wurde in den Jahren 1882—1884 die neue große Synagoge erbaut, frei an der Straße gelegen. Ein imposantes Gebäude mit einer großen Kuppel von zwei kleinen Kuppeln flankiert, orientalischer Stil, entspricht sie ungefähr unserer Synagoge in der Oranienburger Straße. Auch im Innern gleicht sie im Aufbau dieser Synagoge, nur ist sie noch kostbarer ausgestattet und zeugt von dem Reichtum und der Opferwilligkeit der Juden dieser Gemeinde. In Italien gibt es

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