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Menorah · 1929-02-01 · Heft 2 (Februar 1929) · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 2 (Februar 1929)
Article
Das Ratsel des Goldlandes Ophir
Date
1929-02-01
Page
Seite 75 (sequence 5)
Language
German
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GOLDLAND OPHIR 75 raals zwischen Salomo und dem König von Typus Hiram bestand, hätte die Phönizier schwerlich bewogen, ein so wichtiges Geheimnis preiszugeben. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß die Phönizier bei ihren zahlreichen Handelsfahrten einen ungewöhnlichen Goldreichtum der Bewohner der Sofala-Küste bemerkt haben und daß in ihnen der Wunsch entstand, sich möglichst mühelos in den Besitz dieser Schätze zu setzen. Was war da naheliegender, als einen Raubzug auszuführen? Da die Phönizier zwar gute Handelsfahrer, aber keine Krieger waren, sicherten sie sich für diese Unternehmung die Hilfe der mit ihnen befreundeten, kriegstüchtigen Israeliten. Bei diesem Kriegszug wurde der mit Gold übersättigte Küstenstrich geplündert; ein selbständiger Bergbau hat sich dabei erübrigt. Die sonstigen in der Bibel erwähnten Schätze mögen die Bundesgenossen entweder am Orte selbst vorgefunden haben, wo sie sie eben erbeuteten oder aber wurden sie auf dem Rückwege, z. B. in Arabien, gegen einen Teil des mitgebrachten Goldes eingetauscht. In der damaligen Zeit waren derartige Beutezüge nicht etwa verpönt, sondern galten als den Handelsfahrten moralisch gleichwertig. Die Ophirfahrten der Juden dauerten etwa 100 Jahre, doch hören wir nie mehr von ähnlichen Erfolgen. Der letzte Versuch einer Ophirexpedition wurde von König Josaphat (I, Könige, Kap. 22, V. 19) gemacht. „Und Josaphat hatte Schiffe machen lassen auf dem Meere, die nach Ophir gehen sollten, Gold zu holen. Aber sie gingen nicht, denn sie wurden zerbrochen in Ezion Geber." Damit verklingt die Kunde vom Lande Ophir. Der Prophet Jecheskel weiß in seiner Aufzählung der fernen Länder (Kap. 27) nichts mehr von diesem sagenhaften Lande.

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