Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Eine italienische Reise
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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EINE ITALIEN ISCHE REISE 61 geschnitzte Tür eine breite Freitreppe, die in den ersten Stock führte. Ein mäßig großer, sehr hoher Raum, die ,,ScuoJa Italiana", schwere dunkle Holzbekleidung an den Wänden, eine holzgetäfelte Decke, der mittlere Teil zu einem Tonnengewölbe ausgebaut, der in der Mitte durch eine kreisrunde Kuppel unterbrochen ist, mit Fenstern, die den Frauen einen dürftigen Einblick in die Synagoge gewähren. Sonst sind wir gewohnt, wenn wir in eine Synagoge eintreten, das Allerheiligste, den Aron Hakodesch, gegenüber dem Eingang zu erblicken, hier befindet er sich an der rechten Längsseite, ein prächtiger aus dem KL Jahrhundert stammender, aus massiven dunklen Hölzern, reich gekrönte Säulen, ohne Vorhang vor der Lade, dafür die Türen mit vergoldeten Metalleinlagen in den Bogen über der Tür die Gesetzestafeln mit \ergoldeter Inschrift. Zu beiden Seiten des Vorbaus reich geschnitztes Gestühl in ebenfalls nur dunklem Holz, zuerst der besonders prächtig ausgestattete Sitz für den Rabbiner und an der anderen Seite ein gleicher l'ür den Vorbeter. Auf der Längsseite gegenüber dem Aron Hakodesch, ganz anders wie wir es sonst in unseren Synagogen gewohnt sind, ein weit vorspringender Säulenaufbau aus gleichem Holze, zu dem von beiden Seiten zehnstufige Treppen emporführen der Almemor, von dem der Vorbeter seinen Dienst verrichtet und die Thora vorgelesen wird. Auch hier schließt sich an diesem Aulbvu das Gestühl für die Gemeindemitglieder an. Aber keine Thora war in der heiligen Lade, die Türen demoliert, die meisten alten Leuchter zerbrochen, von dein Gestühl ein großer Teil verwüstet ein Bild der Zerstörung in diesem heiligen Raum. Ein kleiner Progrom hatte vor einigen Wochen hier stattgefunden, so berichtete unser Führer unter strengster Diskretion. - — Faschistische Studenten w aren in das Judenviertel gekommen, waren in die Synagoge eingebrochen und hatten diese Verwüstung angerichtet. ,,(), unsere Italiener sind nicht judenfeindlich, rumänische Studenten haben sie aufgehetzt und hierhergeführt, die Regierung hat sofort eingegriffen und die Schuldigen von der Universität aus Padua verwiesen." Aus der gleichen Zeit des KL Jahrhundert stammt die Scuola Spagnuola. die wir dann besuchten. Im Hof eine steinerne Zisterne, sicher noch ein, zwei Jahrhunderte älter, in der von Säulen getragenen offenen Vorhalle an der rechten Wand ein aus Stein gerich-