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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Zwei Maler
Date
1929-01-01
Page
Seite 46 (sequence 4)
Language
German
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4b' \[ E NOR A H vorgetragenen Farbe. Aber er will mehr, er will das Problem. Und findet es in der Zusammenführung streitbarer Gegensätze: Vom steingrauen Torso kommt er zur rosigen Modepuppe, Führt gegen sie oder gegen einen Waeliskopf im Friseurladen lebendige Gestalten und richtet fern vor dem Fenster, über einem Toilettentisch mit Puderdose und laehsrotem Wimpel die V ision einer antiken Tempel - statte auf. Von solchen Bilderreihen, in denen Wirklichkeiten und Gedanken hart aufeinanderstoßen, zu den drastischen Maskenspielen ist nur ein Schritt. Kr wird immer wieder, wie zur Kntspannung, getan. Nun lebt ohne Frage hinter diesem seltsamen Bemühenein ernster Wille zur Form. Schon die Färbungen folgen, auch dort, wo sie brüsk und sprunghaft erscheinen, einer ernst bedachten Ordnung. Die Antithese von Mensch und Puppe soll ein Figurales von neuer, starker Einfalt herbeiführen. Und das römische Trümmerfeld mag clie Sehnsucht des Künstlers nach vergangener Formengröße vergegenwärtigen. Aber es ist nicht leicht, diesen Sinn aus dem unruhigen Werk zu lesen Und es ist nicht sicher, daß man den richtigen gefunden hat. Auch bleibt in solchen Fällen bis zuletzt der Kindruck des Wagnisses. Denn was bildhaft wird, deckt sich nicht immer klar, nicht immer rein mit dem ins Ungewisse ausschwärmenden Gedanken. In der Malerei hat aber nur Geltung, was Bild geworden ist. Hält man sich daran, dann bleibt bei Taubes der junge Klan, der kcin'j Grenzen kennt, ein Können, dem der Feuereifer, nicht aber die handwerkliche Geduld mit auf den Weg gegeben ist, und vielleicht ahbestes eine gesunde Sinnlichkeit, die dort das Reifste gibt, wo nur sie zu Worte kommt. Das geschieht etwa in dem frisch bewegten Selbstbildnis des Künstlers und in jenem Bild einer verlassenen Bühne, wo in eine warme Dämmerung unheimlich-traumhaft die Farben weit des Rampenlichtes eingebettet ist. Der ruhelose Typ, für den hier Fred Taubes als Beispiel angeführt wird, hat heute unter den jüdischen Künstlern die meisten Anhänger. Denn die meisten befinden sieh heute auf unsteter Wanderschaft. Dieser Typ zeigt das tragische Schicksal vieler Talente. Unter anderen, günstigen Umständen würden sie die Hetzjagd lassen, die ihre besten Kräfte ablenkt und fast unnütz verbraucht, sie würden sich finden, sich bescheiden und dann ein Weniger, das ein Mehr bedeutet: ein völlig Eigenes geben. Aber wer kann da helfen? Max Eisler.

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