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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Chassidische Legende
Date
1929-01-01
Page
Seite 30 (sequence 3)
Language
German
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30 MENORAH rückbewegen, nicht von der Stelle konnte er sich mehr rühren, und als der Rabbi jetzt auf ihn zutrat, mit der erhobenen Keule, brach er vor seinen Augen zusammen und lag tot mit ausgestreckten Beinen, ohne daß es eines Streiches bedurft hätte. Da erstaunte der Rabbi über die Kraft Gottes in seinem Innern, die dieses Wunder vollbracht hatte, zum erstenmal erstaunte er da über sie. Aber kaum war dieses Erstaunen über ihn gekommen, als die Kraft auch schon von ihm wich, wie das Wasser dem Wehr entweicht, und sein Arm fiel wie lahm und ohne Gefühl herab, und nur ein Brausen [und Stechen blieb in ihm zurück. Was aber erblickte der Rabbi jetzt, wie der Arm herabgesunken war, in seiner Hand, was hielt er in der Faust, die den gewaltigen Knüppel getragen hatte vom Morgen bis zum Abend? Ein Zweiglein erblickte er, Gott zu Ehren, ein Zweiglein mit zwei Blättchen für einen Vogel geschaffen, es im Schnabel zum Nest zu tragen, solch ein Zweiglein hatte er gehalten. Mit zwei Blättchen, mit Luft, mit nichts hätte der Rabbi in Seinem Namen beinahe den gewaltigen Jungstier ersehlagen." Karl Lieblich. blanche J^Iädchen . . . blanche Miädchen sind immer daheim, Das Leben kommt und geht ohne Reim, Man räumt die Zimmer auf, Macht einen Einkauf Und ist wieder daheim. Still ohne Reim. Manchmal geht durch das Zimmer Ein Schimmer von einem Gesicht, Doch man weiß nicht, War'* ein Gedicht, Oder war es ein Lied, das man sany, Ode}' sah man es lang, lang Irgendwo au/ der Straße. J^lur im Frühling ist dieser Schimmer Immer und immer in jedem Zimmer Und seltsame Träume Erfüllen die Räume Und stören die Nächte Und man möchte manchmal leise, hie* In eine Blume weinen. Manchmal wieder verhülle man die Fenster, Um die Gespenster draußen zu scheuchen. Denn der Abendhimmel hat Sterne Und ist von einer blauen Ferne Und alles ist weit, weit, Voll Ewigheit. Doch im Sommer hat man es überwunden Und schämt sich mit seinem gesunden Menschenverstand Ä.11 dieser Träume. Man räumt still die Zimmer auf, Macht einen Einkauf, Und ist immer daheim. Und das Leben kommt und gehe ohne Reim, Gusti Ewing-rr

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