Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Chassidische Legende
- Date
- 1929-01-01
- Page
- 28 (sequence 1)
- Language
- German
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Chassidische Legende Rabbi Nachmann, unser Vater, der Gottselige, dessen Andenken der Ewige schon gesegnet hat — der Rabbi, das weiß die Welt, war so von Gott geliebt, daß er ihn nicht den Gebrechen des Alters Überlassen wollte, nein, bewahren wollte er ihn davor wie ein Vater ein Kind zu bewahren sucht, und deshalb nahm er ihn zu sich unc) versammelte ihn frühzeitig — kaum ein Mann war er ja noch, da versammelte ihn der Ewige zu den Vätern in der Seligkeit. Damals nun, als der Rabbi schon den Ruf Gottes in der Ahnung verspürte — in der Brust verspürte er den Ruf, in der Brust, mein Kind — damals also, da der Rabbi kränkelnderweise, wie man sagt, zu husten begann, zu der Zeit ging der Rabbi noch viel häufiger als vordem in die freie, offene Natur und am liebsten in den Wald, wo er mit den Bäumen Zwiesprache zu halten pflegte. Vieles zu seiner Lehre hat er von den Bäumen gehört, von den Bäumen Gottes, die er im Wesen, im tiefsten Wesen erkannt hatte. Nun, also zu jener Zeit, als der Rabbi schon sehr schwach und gottfällig geworden war, in diesen Tagen geschah es, daß der Rabbi wieder einmal in der Frühe des Morgens im Wald spazierte, um seine Brust zu erquicken und plötzlich . .. plötzlich . .. wer trabt ihm da entgegen, auf dem schmalen Steg, die Zweige zerstampfend, weit weit von allen Menschen, von aller Hilfe? Ein Stier war es, ein roter, ganz feuriger Jungstier,