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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Mexiko - auch ein gelobtes Land
Date
1929-01-01
Page
Seite 27 (sequence 13)
Language
German
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MEXIKO 27 aller möglichen Theorien bei vielen, vielen Gläsern Tee. Den Mexikanern machen diese Diskussionen viel Spaß, und sie nehmen an ihnen sowohl in jüdischen Häusern als auch in jüdischen Klubs lebhaften Anteil. Es gibt nur eine Synagoge, die der Sephardim, lange vor der Ankunft der Westjuden gegründet. Warum es keine aschkenasische Synagoge gibt, weiß ich nicht. Die Mexikaner können bestimmt nichts dafür. rfreulich oder nicht, die fortschreitende Assimilation ist eine Tatsache. Wer Mexiko und die Juden versteht, dem muß es ein besonderes Vergnügen bereiten, das Verschmelzen, das Ineinandergreifen dieser zwei Elemente zu beobachten. Es gibt noch eine Prophezeiung in Mexiko, von der man meint, daß sie jetzt in Erfüllung begriffen ist. Die Revolution, die von 1910 bis 1920 dauerte und die wir immer bloß als die Revolution bezeichnen, vermutlich weil es die einzige ist, die wirklich mexikanischer Provenienz war — diese Revolution war der Höhepunkt eines Jahrhunderte währenden Kampfes gegen europäische Einflüße — gegen die spanische Tradition in der Regierung, Wirtschaft, Agrarpolitik, Kirche und Kunst. Die Prophezeiung nun lautet: „Wenn der Haupttempel der Azteken, mit dem Bilde der Sonne auf seinen Mauern, aus der Hauptstadt ausgegraben wird, dann werden die Indianer herrschen." Im August 1924 wurde ein steinernes Modell des Aztekentempels mitten in der Hauptstadt ausgegraben, und das Bild der Sonne ist darauf. Seit damals sind die Mitglieder der Regierung zum großen Teil dunkelhäutiger als bisher. Die Jnfiltration der Juden, die gerade in diesem Augenblick kommt, wo alles mögliche sich aus dem Hexenkessel entwickeln kann, ist von höchster Bedeutung für die Bildung der künftigen Nation. In Mexiko aber kocht der Kessel jetzt nicht mehr über, der Inhalt ist im Begriffe, sich zu setzen. Zwischen Mexico und den Juden gibt es eine Verwandtschaft und eine Ergänzung, deutlich genug, um eine seltsame Anziehungskraft auszuüben. Vielleicht ist hier wieder einmal Ort und Zeit gegeben, da der Jude seine historische Funktion, Kitt und Hefe zu sein, ausüben wird. Mittlerweile nützen die beiden sich gegenseitig. Jedenfalls ist er hier nicht das Fragezeichen, als das er sonst gern angesehen wird, sondern er gehört selbst zum Text. Bis jetzt aber ist der Text noch nicht zu entziffern. Aus dem Amerikanischen übertragen von Paula Arnold

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