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Menorah · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
7 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Mexiko - auch ein gelobtes Land
Date
1929-01-01
Page
Seite 22 (sequence 8)
Language
German
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22 MENORAH Kruzifixe nahmen den Platz der Strümpfe und Krawatten ein, später Geschirr. Schließlich wurde die Zahl der Hausierer immer kleiner. Denn zur Zeit, da die alten Leute und die Frauen ihnen nachkamen, und die koscheren Schlächter und Restaurants sich vervielfachten, waren die meisten der jungen Pioniere schon in den verschiedenen Lücken und Spalten des einheimischen Wirtschaftslebens untergeschlüpft. Die Mittel dazu hatten sie sich teils durch das Hausieren erspart, teils von Verwandten oder der Bnei Brith geliehen. Die B. B. half ihnen auch mit Rat und Tat. Nicht allzuviele blieben Händler. Es gibt wenig kaufkräftiges Publikum für Importware, und der Importhandel war schon in guten Händen. Aber alle, die ein Handwerk verstanden, hatten Gelegenheit es auszuüben: Herrenschneiderei, Uhrenreparatur, Schuhmachen. Viele dieser kleinen Werkstätten wurden in kurzer Zeit stattliche Läden oder kleine Fabriken. Manche Einwanderer kauften Fracht- oder Personenautos, auch ein aufblühendes Geschäft. So weit ich mich im Augenblick besinnen kann, sind die Juden in Mexiko tätig als: Obstverschiffer, Musikanten, Mechaniker, Pneumatikimporteure, Radioimporteure, Importeure von Installationsmaterial, Buchhändler, Detektive, Sehneider, Weber, Zimmerleute, Schildermaler, Journalisten, Chauffeure, Lehrer, Kinobesitzer, Elektriker, Kleider- und Manufakturwarenhändler, Matrazenmacher, Bergleute, Zahnärzte, Aerzte, Landwirte..... In Mexiko ist jedes Geschäft gut, weil bisher so blutwenig geschehen ist. Mexiko ist noch immer im wesentlichen ein Agrikulturland. Trotzdem sind selbst die Produkte, deren es am meisten hervorbringt, wie Mais und Bohnen, noch immer nicht genügend für den eigenen Verbrauch, und müssen nebst Eiern und Vieh aus den Vereinigten Staaten eingeführt werden. Kein einziges Gebiet, sei es in der Industrie, dem Handel oder der Wissenschaft, ist bisher mehr als angebrochen worden. Nur Erdöl und Bergwerke bilden eine Ausnahme, trotzdem auch hier noch genug zu tun ist. Es gibt unzählige andere Möglichkeiten: weitausgedehnte Kohlenfelder, von Wasserfällen durchbraust, die ungeheure Kraftwerke speisen könnten. Es besteht ein großer Mangel an Transportwegen und Transportmitteln, ganz besonders an letzteren. Es gibt Pflanzenfasern, Hölzer, Ton aller Art, Metalle, Pelze; es gibt Pflanzen und Kräuter, die chemisch von Bedeutung sind — gedeihen doch Chinin, Belladonna, Kakao, Vanille, Kautschuk, Kork in Mexico auf wildwachsenden Pflanzen. Die Orange, die einst in acht Exemplaren von einem spani-

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