Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 7 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Mexiko - auch ein gelobtes Land
- Date
- 1929-01-01
- Page
- 15 (sequence 1)
- Language
- German
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MEXIKO - AUCH EIN GELOBTES LAND udvvig Lewisohn sagt einmal: „Es ist mir schon zuviel gewor- JLjden, die Juden überali als Erstankömmlinge vorzufinden". Man könnte hinzufügen: „Und zu finden, daß auch in grauen Vorzeiten schon einmal Juden da waren". Es gibt eine Legende, daß einer der verlorenen Zehnstämme in Mexiko lebe, und siehe da, das Zeugnis des Rabbi Manasseh ben Israel, der um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts schrieb, macht die Legende zur historischen Tatsache. Mit vielen Einzelheiten verbrämt, erzählt er folgende Geschichte: Ein spaniolischer Händler wurde von einem Indianer ungewisser Herkunft in das südliche Mexiko und nach Zentralamerika geführt — wo die Mayas krummnasige Götter anbeten — und dort fand er einen Stamm, „der Hebräisch sprach, lange weiße Gewänder trug und auf das Kommen des Messias und der Juden wartete.... und sie sagten, wenn ihre Brüder kämen, würden sie ein friedliebendes und wohlhabendes Volk werden und ein glückliches Leben führen'1. Die Prophezeiung klingt nicht übel und hat in Mexiko einen besonderen Reiz, denn dort ist schon manche Prophezeiung eingetroffen. Außerdem erwarten auch die Mexikaner einen Messias. Der indische Führer sagte damals dem Spaniolen, die Erfüllung würde eintreten, wenn die Herrschaft der Spanier ein Ende habe. Schon damals gab es in Neu-Spanien viele Juden. Hunderte und Tausende hatten nach der Austreibung aus Spanien in den Kolonien das Spaniertum gesucht, das sie so liebten und nicht mehr in der Heimat genießen durften. Aber sie litten schon zu jener Zeit auch in Mexiko unter der Inquisition. Innerhalb der nächsten zweihundert Jahre waren die Juden zum Teil ausgerottet, zum Teil mit Gewalt der Taufe zugeführt worden. Von Anita B r enner,