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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 720

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Geschichtliches aus Nürnberg
Date
1928-11-01
Page
Seite 720 (sequence 12)
Language
German
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720 M E N O II A H einer Synagoge stellten sich ungeahnte HindernLsse entgegen, „der die Gemeinde nicht weniger als 14 Jahre beschäftigte''. Ein Gesuch um ein Darlehen von 50 000 fl. wurde von der Stadt abgelehnt. Unter Teilnahme der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden konnte endlich am 8. September 1874 die Einweihung der Synagoge erfolgen-'). Die Gemeinde hatte den Charakter einer Reformgemeinde, „die alles aus sich selbst heraus und nach eigenem Geschmack schaffen und gestalten oder auch — unterlassen wollte, unbekümmert um entgegenstehende Kompetenzen und rechtliche Verhältnisse"27) I'ur die Wünsche der orthodoxen Minderheit hatte sie daließ nur wenig Verständnis, was Anlaß zu wiederholten Auseinandersetzungen gab. So erregte ein Streit um Errichtung einer Mikvvoh die Gemüter, die höchsten Instanzen wurden angerufen, bis schließlich — nach vierjährigem Kampfe — unter Androhung einer Strafe seitens des Magistrats dieselbe erzwungen werden mußte28). Die Differenzen zwischen beiden Richtungen verschärften sich mit der Errichtung der Synagoge. Die Gesetzestreuen weigerten sich, an dem nach neuem Ritus geleiteten Gottesdienst teilzunehmen und verlangter, die Ueberlassung des alten Betsaales, was aber von der Gemeinde abgelehnt wurde. Da auch die anderen Wünsche der Gesetzestreuen keine Berücksichtigung fanden, gründeten diese im Jahre 1874 einen Verein unter dem Namen ,,xAdas Jisroel", dem zunächst die Aufgabe zufiel, eine ,,dem Schulchan Aruch entsprechende Betgelegenheit" zu schaffen. Am Roschhaschono des Jahres 1902 konnte dieser Verein eine eigene Synagoge ihrer Bestimmung übergeben20). ') Würfel, Andrea, „Historische Nachrichten von der Juden - Gemeinde, welche ehehin in der Reichsstadt Nürnberg angericht gewesen, aber Ao. 1499 ausgeschaffet worden", Nürnberg 1755. '•"') Barberk, "Hugo, „Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth", Nürnberg 1878, Voiworr. :<) Stobbe, Otto, „Die Juden in Deutschland während des Mittelalters'-, Braunschweig 1866, S. 50. 4j Gundling, „Historische. Nachricht von Nürnberg1', siehe Würfel. 5) Falkenstein, Tom I. „MemoTabilium Nordgav'*, siehe Würfel. 6) Würfel, S. 105. 7) Würfel, S. 107. 8) Briegleb, H.C.B, „Die Ausweisung der Juden von Nürnberg im Jahre 1499", im „Jeschurun", Zeitschrift für die Wissensehaft des Judenturas, Bamberg 18(58, Jahrg. VI, S. 2. 9) Siehe Bild Nr. 2. J0) Vgl Ziemlich, Dr. Bernhard, „Die israelitische Kultusgemeinde Nürnberg", Nürnberg 1900, S. 76/77. u) Die von Würfel (S. 76 u 91) aus dem „Zemach David" angeführte Jahreszahl 1310 dürfte auf einen Irrtum beruhen. Vgl. Höxter, Dr. Jul., ,.Quellenbuch zur jüdischen Geschichte", Krankfurt a.M. 1927, III.Teil. '-) Siehe Stobbe, S. 51. ,3) Siehe Bild Nr. 2. u) Würfel, S. 91/92, Salfeld, Dr. S.. „Martyrologium des Nürnberger Memorbuches", S. 219ff., enthält die Namen der Umgekommenen. 35) Siehe Bild Nr. 1: Dieselbe bestand aus zwei nebeneinanderstehenden zweistöckigen Häusern und war von einer starken Mauer umgeben. Vgl. Biegleb. H.C.B., ,,Die alte Synagoge der Juden in Nürnberg" in .,Illustrierte Monatshefte für die gesamten Interessen des Judenthums", Wien 1866, Band II, S. 424ff. ,c) Würfel, S. 17. 1T) Würfel. S. 93. 1H) Über „Maharil" siehe „INlenorah", 5. Jahrg., Nr. 12, Sonderheft „Tttagenz'i". w) Würfel, S.6Ü. -°) Originalurkunde im bayerischen Staatsarchiv Nürnberg. ül) Der Friedhof befand sich auf einem Teil des Lauferplatzes und dehnte sich nach mehrfachen Erweiterungen über die vordere und liintere Beckschlager und die Manggasse aus. Vgl. Briegleb,,.Der ehemalige Leichenhof der Juden in Nürnberg" in „Illustrierte Monatshefte", Wien 1865, Band II, S. 121 ff. ,--) Solche befinden sich u. a. in der Sebalduskirche und am Weißen Turm (einige Abdrücke sind im Besitze der israelitischen Kultusgemeinde). Vgl. Würfel 77ff., Barbeck 27 ff. und Briegleb. -3) Das „Macbsor", eines der wertvollsten seiner Art wurde im Jahre 1331 geschrieben und umfaßte 52S Blatt (II Blatt fehlen bereits). Die Behauptung Würfels (S. 100), daß es „in der Juden-Synagoge allhier täglich gebrauchet worden", ist erfunden, da es die täglichen Tefillos gaT nicht enthäLt Vgl. Ziemlich, Dr. Beinh., „Das Machsor Nürnberg". 24) Der Stein trägt die Aufschrift „min "lfü"«. Er wurde von der isr. Kultusgememde erworben und in der Hauptsynagoge angebracht, stehe Würfel, S. 55, Freudenthal, Dr. Max, ,,Die israelitische Kultusgemeinde Nürnberg 1874 bis 1924u, Nürnberg 1925, S. 13. 25) Ziemlich, Dr. Bernb., „Die israelitische Kultusgemeinde'', Nürnberg 1900, Seite 6. 2C) Siehe Bild Nr. 3. 27> Ziemlich, S. 59; vgl. Freudenthal, S. 91 ff. sf0 Ziemlich, S. 55/56. *») Siehe Bild Nr 4.

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