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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 716

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Geschichtliches aus Nürnberg
Date
1928-11-01
Page
Seite 716 (sequence 8)
Language
German
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716 M ENOR A II wieder beziehen. Im Jahre 1360 wurde der Schutz um 15 Jahre verlängert. Weitere Erneuerungen erfolgten 1371 und 1382. Hierfür mußte die Stadt aus den Abgaben der Juden jährlich 400 Gulden bezahlen. Neben den üblichen Judensteuern, zu denen der goldene Opferpfennig gehörte, der von allen nachfolgenden Herrschern verlangt wurde, wurden sie immer wieder zu außerordentlichen Leistungen herangezogen. So mußten sie sich 1377 mit 000 Gulden für die neuau[geführte Burgmauer beteiligen. Im Jahre 1381 finden wir in Nürnberg 18 steuerpflichtige Juden, welche Zahl sich im nächsten Jahr bereits auf 60 erhöhte. Um von den 1384 in Franken herrschenden Verfolgungen, die auch auf Nürnberg überzugreifen drohten, verschont zu bleiben, mußten sie 4000 Gulden entrichten. Wie diese angeblich ,,ungezwungene" Zahlung erpreßt wurde, geht aus Würfel hervor: ,,Anno 1384 haben die Burger zu Nürnberg die reichen Juden auf die Burg des Reichs, die Armen aber in die Keller des neuen Rathhauses gelangen gesetzt. Die mußten sich alle mit Geld loßkaufen"17). Auf diese Weise hatte sich die Stadt einen Gewann von 80 000 Gulden verschafft, wovon sie an König Wenzel 15 000 Gulden abführte, während der königliche Gesandte für die Vermittlung 4000 Gulden geschenkt erhielt. Mit dem Anwachsen der jüdischen Gemeinde gingen die Steuereinnahmen immer mehr in die Höhe, weshalb sich der König mit der 1382 auf die Dauer von 19 Jahren vereinbarten Pauschalsumme von 400 Gulden nicht mehr begnügte. Am 16. September 1390 hob er das der Stadt erteilte Privilegium auf und verlangte nunmehr die Abführung der Hälfte ihrer Judeneinnahmen. Daß sich die Stadt damit einverstanden erklärte, ist wohl auf die am gleichen Tage erlassene Verfügung zurückzuführen, wonach abermals sämtliche Forderungen der Juden für kraftlos erklärt wurden. So zeigt es sich, daß die Lage der Juden eine stets unsichere war; ein Federstrich genügte, um bindende Verträge und Abmachungen ohne weiteres zu vernichten. Daß sich aber all diesen Härten zum Trotz das jüdische Gemeindeleben in der schönsten Weise entfaltete, beweisen viele Nachrichten, die Zeugnis eines stark pulsierenden Lebens ablegen. Dem Lernen" wurde besonders starke Aufmerksamkeit gewidmet. Mehrfache Urkunden berichten von der Aufnahme neuer „Meister", die oft zu gleicher Zeit hier wirkten. 1381 erteilte der Rat einem jungen Rabbiner die Erlaubnis, zwölf auswärtige Schüler zu unterrichten. Andererseits schickten auch Nürnberger Eltern ihre Kinder zum Studium nach auswärts, was aus einem Streite mit Rabbi Mendel aus Rothenburg hervorgeht, worauf 1388 die Nürnberger Eltern angewiesen wurden, ihre Kinder wieder nach Hause zu nehmen. Aus den Tschuwos des Mehari Weil,

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