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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. 687

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Die Malerei in den Synagogen
Date
1928-11-01
Page
687 (sequence 1)
Language
German
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Kricli Toc|)lil/ / Die Maloivi in clon S\Myogen (besonders in Franken) Die synagogalc Malerei ist eines der wichtigsten Kapitel der jüdischen Kiinsti'orsehung; daß es sich dabei um eine ziemlich verbreitete Kunstühung handelt, beweisen die vielen erhaltenen Decken- und Wandmalereien in den Synagogen Gaiiziens, Polens und Weißrußlands1). Auch in Deutschland, und zwar in der .Maingegend helinden sich synagogale Malereien, deren Zusammenhang mit denen des Ostens der \ erlasser erstmalig vor einem halben Jahrzehnt-) l'eststelltc. Die synagogalen Malereien sind also in Deutschland nicht etwas Zufälliges, von lokalen Einflüssen Bedingtes, sondern eine ganz besondere Kunstgattung mit testen Leherliei'erungen und einem Grundstock von Inhalten und Formen. Die erhaltenen Malereien gehören alle ungefähr derselben Zeit, und zwar dem Ende des 17. und dem Anfang des 18. Jahrhunderts an ). Aschkenasische Synagogen aus der romanischen Zeit sind uns nicht erhalten, daher können wir nicht feststellen, ob damals bereits die freier, Wandflächen bemalt wurden. Die zahlreichen gotischen Synagogen, von denen nur wenige erhalten sind, boten kaum für die Bemalung geeignete große Flächen. Es ist uns auch keine synagogale Malerei und nichts von einer jüdischen Glasl'enstermalerei erhalten, obgleich literische Ueberlieferung aus Regensburg, Köln und Meißen davon berichtet1). in der Renaissance gelangte die massive Wand wieder zu ihrem Recht, und aus dieser Epoche haben sich auch einige ausgemalte Synagogen erhalten. Die in der Spätrenaissance erbaute Isaac-Synagogc in Krakau (erb. 1640) zeigt z. B. Darstellungen von Landschaften (Machpelah, Hebron, Jerusalem usw.), anderen Ortes findet man auch Tierkreisbilder. In der Krakauer „Hochschule14, die wohl aus der gleichen Epoche stammt, sollen sogar menschliche Figuren vorkommen, und zwar als Wandfresken: die Opferung Isaaks, die Arche Noah und eine Landschaft als Illustration zu Psalm 187, 2. Diese Tradition, wie sie in den gemauerten Synagogen geübt wurde, setzte sich in den Holzsynagogen fort. Decken und Wände sind mit Rankenornamenten und dazwischen gestreuten tierischen und anthropomorphen Figuren völlig überzogen. Die Ranken entnehmen ihre Motive der Arabeske, dem Weinlaub und dem Lebensbaume, Papageien, Schlangen, Seepferde und Kamele sowie andere exotische Tiere sind beliebte Motive der Malerei in polnischen Synagogen"). Die eingesetzten Schrifttafeln enthalten Gebete und Verse aus den Psalmen 23, 25, 115, 116 u. v. a., die von der Wand abgelesen werden können. Während aber im islamischen Kreise die

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