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Menorah · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. 654

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Die Emanzipation
Date
1928-11-01
Page
654 (sequence 1)
Language
German
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A. Eckstein / Die Emanzipation Dieses Sonderheft der „Menorah" hat die Bestimmung, ein avus mehreren Einzelbildern zusammengefügtes Gesamtbild der geschichtlichen Vergangenheit der Juden im schönen Bayernlande zu bieten. Dieses Gesamtbild aber würde eine bedeutende Lücke aufweisen, wenn nicht innerhalb seines Rahmens auch der Kampf geschildert würde, den die israelitischen Gemeinden dieses Landes, unterstützt von Politikern der fortschrittlich gesinnten Richtung, in den der Reichsgründung vorausgegangenen Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts mit vorbildlicher Beharrlichkeit geführt haben. Und da in den jüngsten Jahren die Juden innerhalb der blau-weißen Grenzpfähle mehr als in anderen Gebietsteilen des Deutschen Reiches sieh vor die Notwendigkeit gestellt sahen, um die Behauptung ihrer mühsam errungenen Gleichberechtigung und Gleichbewertung im Staate und in der bürgerlichen Gesellschaft einen alle verfügbaren Kräfte herausfordernden Abwehrkampf zu führen, so darf das nachfolgend geschilderte Bild aus den Tagen der Vergangenheit, als eine Kraftquelle von mutstärkender und hoffnungbeschwingender Wirkung, ein nicht bloß geschichtliches Interesse der Leser beanspruchen und voraussetzen. In den gegenwärtig zu Bayern gehörenden Landesgebieten ist es ein katholischer Priester gewesen, Dr. Franz Oberthür, Professor der Dogmatik in Würzburg, der das Verdienst für sich in Anspruch nehmen darf, als Erster auf die Pflicht des Staates und der Gesellschaft zur Befreiung der Juden von der ein Jahrtausend alten Schmach rechtlosen Ghettozustandes hingewiesen zu haben. Er berichtet darüber: „Unter Bischof Franz Ludwigs Regierung (1779—95) hatte ich selbst es veranlaßt, daß auf dem fränkischen Kreiskonvent die erste Stimme von der Notwendigkeit der Verbesserung der Lage der Juden erscholl und der erste Strahl der Hoffnung, daß man einstens daran denken werde, in Franken blitzte". Das war im Jahre 1792, in dem die zur Beratung von wichtigen Fragen der Weltpolitik in Nürnberg versammelten Abgeordneten der fränkischen Kleinstaaten auch über die Frage beraten sollten: „wie ist der sittliche und bürgerliche Zustand der Juden im fränkischen Krayß zu verbessern"? Drei Abgeordnete der jüdischen Gemeinde von Fürth hatten zu diesem Punkte in eigener Sache das Wort ergriffen und im Namen aller Israeliten von Franken an den Kreiskonvent eine vom 14. Februar 1792 datierte Bittschrift gerichtet, die einen ausgezeichneten Eindruck machte und eine wohlwollende Aufnahme fand. Aber die bedrohlichen Zeitverhältnisse waren damals der Behandlung einer innerpolitischen Kulturfrage ungünstig,

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