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Menorah · 1928-10-01 · Heft 10 (Oktober 1928) · p. Seite 566

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 10 (Oktober 1928)
Article
Der Tempel zu Jerusalem
Date
1928-10-01
Page
Seite 566 (sequence 6)
Language
German
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566 MENORAH Abb, 4, Chilani Grundrisse Sprachwissenschaft festzustellen vermocht, daß die beiden ersten Lehnwörter aus dem Hettitischen sind, für Debir steht es m. W. noch nicht fest, doch ist dafür keine hebräische Wurzel nachzuweisen. Die Hettiter nun wohnten in Nordsyrien, also nördlich von Palästina, westlich von Assyrien. In der Ruinenstätte von Sendschirli haben deutsche Forscher die Reste einer hettitischen Burganlage aufgefunden und dabei festgestellt, daß jene drei Teile in der Tat Bestandteil des dortigen Palastes, des hettitischen Chilani, sind. Diese Palastbauten, an deren einem man sogar eine Badezimmeranlage hat nachweisen können, sind nach des Entdeckers Annahme aus dem Torbau hervorgegangen. Sie sind, literarisch bzw. inschriftlich ausdrücklich als hettitische bezeichnet, auch nach Assyrien verpflanzt worden, stets aber in der typischen Anordnung, wobei die Längsachse der großen Halle parallel zur Vorhalle gerichtet ist. Und hier weicht Salomons Tempel entscheidend ab, indem die Haupthalle Hekal um 90 Grad gedreht wird und die Vorhalle — wahrscheinlich die Torhalle jener Paläste — in die Verlängerung der Längsachse verlegt wird. Damit ist aber, wohl in Anlehnung an ägyptische Erinnerungen auf Palästinas Boden eine baukünstlerische Tat von größter Bedeutung geschaffen: Die Längsachse beherrscht als künstlerisches Moment mit der sich vom Eingang schon entwickelnden Perspektive den Tempel, bereitet also das basilikale Bauschema zum mindesten vor, jenen Bautyp, der Jahrhunderte später in der christlichen Basilika vollendet und zu einem der monumentalsten Bautypen abendländisch-christlicher Architektur wird.

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