Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 9 (September 1928)
- Article
- Die Juden Mesopotamiens
- Date
- 1928-09-01
- Page
- 538 (sequence 2)
- Language
- German
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Nebi Junus: Die Stadt auf den Trümmern Ninives ein erstarktes Persien einmal ein sehr unfreundlicher Nachbar des religiös uneinig denkenden Irak werden könnte, weil die Mehrheit des Irak der schulischen Sekte anhängt! (1,500.000 Schiiten gegen nur 1,150.000 Suniten!) Nun ist aber auch Persien schulisch, und außer den persischen Einwohnern des Irak sind zwei Drittel der arabischen Bevölkerung auch schiilisch. Hingegen ist aber der König dieses arabisch-schiitischen Landes ein sunitische r Araber, der somit konfessionell seinen Rückhalt nicht bei den Arabern, sondern bei volksfremden Kurden und Türken suchen muß, während die suiiilischeii Araber außerhalb der Grenze des Irak, nämlich die W a h h a b i l e n, nicht nur nicht sympathisch, sondern mit erbittertster Feindschaft dem König und seinen Völkern gegenüberstehen und nur auf den Moment lauern, wo sie mit Waffengewalt in Bagdad eindringen können. Mit anderen Worten: der sunitische König Faisal ist zwar Araber, kann sich aber nur auf ein Drittel der arabischen Untertanen seines Reiches stützen und weiß, daß alle sunitischen Araber der Wüste seine Feinde sind. Die Perser und die s c h i i t i s c h e n Araber machen ihm Opposition und schielen nach Persien; die Kurden sind auch in Opposition und versuchen sich selbständig zu machen. Lud in diesem nationalen Hexenkessel, der von drei Seiten bedroht und nur von England in Frieden gehalten wird, leben an 100.000 Juden als konfessionell-nationale