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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 534

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-09-01
Page
Seite 534 (sequence 12)
Language
German
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534 MENORAH Namen (Lohen wurden in unserem Bataillon gezählt, und die Beamten unserer Bataillonskanzlei behaupteten, daß ihre Vornamen alle Buchstaben des englischen Alphabets mit Ausnahme des Buchstaben „X" erschöpft haben. Also wurde auf der Stelle beschlossen, den Esel Cohen X" zu nennen. . . Aber alles hat ein Ende. Um fünf Uhr wurde es kühler, und eine halbe Stunde später kam der Befehl, für die Nacht Rast zu halten. Die ganze Kompagnie (leider! nicht einmal sechzig Mann stark) begann die Felsen hinab in das tief gelegene Tal zu springen, um in dem Flusse zu baden und frisches, kaltes Wasser zu trinken. Die Araber nennen den Fluß „Wadi-Nimrin"; „Me-Nimrin" (vielleicht „Tigerfluß"?) heißt ihn der Prophet Jesaia (15, 6). Es ist ein schöner Fluß mit grünen Ufern; übrigens eine wasserreiche Gegend, nicht nur im Vergleich mit ihrem Gegenüber, der toten Wüste Judäa auf der anderen Seite der Jordanebene, sondern überhaupt mit dem Westen Palästinas. Ein schönes, fruchtbares, aber vom „Natiomxlheim" losgetrenntes Land . . . XLinen halben Tag Wegs vor Es-Salt ließ man uns ins Jordantal zurückkehren, um türkische Gefangene zu übernehmen. Ich habe sie noch gut im Gedächtnis: sie waren eine schreckliche, halbtote Horde, zerrissen, schmutzig und halb verdurstet. 900 Türken, 200 Deutsche und Österreicher. Bei den letzteren herrschte noch gute Disziplin. Wir gaben ihnen eine kleine Blechkiste mit Wasser, sie stellten sich selbst in Reih' und Glied und tranken ruhig einer nach dem anderen. Den Türken konnte man nicht einmal Wasser geben. Keiner wollte warten, bis er an die Reihe kam, jeder drängte sich vor, einer schlug den anderen. Und ihrer waren neunhundert. Die beiden Sergeanten und die zwölf Soldaten, die der Colonel zur Bewachung der „Wasserorgie" schickte, konnten sich einfach keinen Rat schaffen. In einer Viertelstunde gelang es vielleicht bloß zwanzig Leuten, ein Glas Wasser zu erkämpfen, während infolge des herrschenden Gedränges mehr als ein Eimer voll Wasser verschüttet in den Boden sank. Durch den Lärm aufmerksam gemacht, ritt der Colonel heran. „Es gibt bloß einen Rat," sagte er, „treibt sie ans Ufer, mögen sie aus dem Flusse trinken, wie einstmals die Helden Gideons-lehawdil!" „Lehawdil'4 (zu unterscheiden zwischen Gutem und Bösem) war eine der Sprachblüten seines hebräischen Wortschatzes. Von unserem Camp bis zum Flusse Me-Nimrin war eine gute Meile

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