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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 530

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-09-01
Page
Seite 530 (sequence 8)
Language
German
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530 MENORAH weniger als hundert Mann zusammengeschrumpft. Leutnant Barnes kommandierte sie, ich war zeitweilig Kommandant-Stellvertreter. Abrahams, den wir damals „die unheilige Trinitas" nannten, mußte die Arbeiten der anderen drei Zugskommandanten verrichten. Barnes und Abrahams besetzten die Felsen mit sieben von unseren Maschinengewehren; das achte Maschinengewehr wurde mir zugeteilt und nun machte ich mich daran, die Hauptoperation durchzuführen. Es war an ihr nichts, dessen ich mich rühmen könnte, der ganze Plan wurde in allen seinen Einzelheiten vom Colone! selbst entworfen und bei seiner Durchführung hatten wir keine Verluste zu beklagen. Ich werde die Operation nur aus dem Grunde schildern, weil ihrer in Allenbys Frontberichten Erwähnung getan wurde, und auch deshalb, weil sie meine letzte rein militärische Erfahrung war. Ich muß aber dabei gestehen, daß sie im Vergleich zu dem früheren Patrouillendienst ein Kinderspiel war. Um zwölf Uhr nachts verließen wir den Rand und marschierten in gewöhnlicher Marschordnung direkt nach Um-Esch-Schert; wir schritten auf der breiten türkischen Straße stramm aus, denn wir hatten noch bei Tag durch unsere Ferngläser beobachtet, daß sie von Türken frei war. Etwa hundert Schritte vor dem Ufer machten wir halt und sandten einige Späher aus, die im Grase kriechend auskundschaften sollten, ob es nicht dort noch einige versteckte Schützennester gäbe. Sie meldeten, daß das Ufer vom Feinde frei sei. Nun brachten wir unser Maschinengewehr ans Ufer heran und bezogen auf einem erhöhten, direkt am Übergang liegenden Punkte Stellung. Die Nacht war nicht sehr dunkel; man konnte mit dem Feldstecher genau beobachten, daß sich auch jenseits des Flusses niemand befand. Hier ließ ich den Sergeanten Moscow mit zwanzig Mann zurück; mit den übrigen ging ich daran, den Wald längs des Ufers zu durchstreifen. Das war schon eine schwierigere Angelegenheit. Die Bäume waren nicht hoch, aber sie wuchsen dicht beieinander, und der Boden war mit allerhand Gestrüpp und Stechgras bedeckt. Überdies herrschte hier Finsternis. Zwei Späher, einer vom Zion-Mule-Corps, der andere ein Londoner Jude, gingen voran. Im Abstand von zwanzig Schritten folgten die anderen in breit entwickelter Linie, die rechte Flanke am Ufer angelehnt, die linke fast an den Fuß der Felsen reichend, die im Westen das ,,Ditch" des Jordans begrenzen. Auf diese Weise war es der Kompagnie möglich, die ganze Breite des Waldes zu säubern. Nur von einer Stelle vernahm man zeitweise Gewehrschüsse, sie

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